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Mit das schönste Foto kann man machen, wenn man direkt unten an der Straße steht. Allerdings sollte man solange warten bis sich eine entsprechende Anzahl Autos in den Kurven befindet, was evt. auch etwas dauern kann. Befahren wird dieser Bereich hauptsächlich von Touristen.
Danach ging es zu Fuß weiter in Richtung San Francisco Bay. Wir wollten uns dort Fahrräder mieten und zur Golden Gate Bridge fahren, aber als ich die Preise sah - ein einfaches Rad sollte über 30,- Dollar pro Tag kosten - hab' ich erst mal gestreikt. Ich bin bestimmt nicht geizig, aber den Preis fand ich einfach unverschämt. Wir sind also erst mal die ganze Promenade an der Bay entlang weitergelaufen. Von der Lombard Street aus gesehen war das schon eine kleine Strecke von ca. 7 Kilometern, die wir gemütlich in knapp 2,5 Stunden zurückgelegt haben. Ela war ein bisschen verärgert, dass wir keine Räder hatten, und da wir die ja nicht hatten, weil sie mir zu teuer waren, war sie halt auch sauer auf mich.
Aber an dem Tag war das Wetter sowieso nicht so schön, die Brücke lag auch halb im Nebel, so dass ich es eigentlich nicht so schlimm fand, dass wir keinen fahrbaren Untersatz hatten, um viel herumzukommen. Ela sah es später dann auch so.
Auf dem Rückweg sind wir am Exploratorium vorbei über den Palace of Fine Arts wieder ein Stück stadteinwärts gelaufen, um dann mit dem Bus bis zum Union Square zurückzufahren.
Jetzt war aber erst mal eine kleine Stärkung angesagt und wir genehmigten uns in Lori's Diner gegenüber von unserem Hotel das, was man so gut wie in jedem Restaurant in Amerika essen kann, nämlich:

Vorab

Diesmal fange ich mal anders an als wie sonst mit der tageweisen Beschreibung.

Unsere Reise in die USA war einfach spitze und steht jetzt neben der Namibia Reise auf Platz 1 unserer Rankingliste.
Dieses Land - wir reden hier natürlich nur über den Bereich, den wir bereist haben, also Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona - hat so viele Highlights, dass man hier an manchen Dingen, die in einem anderen Land wahrscheinlich die Highlights schlechthin sein könnten, einfach vorbeifährt.

Besonders positiv ist neben der fast immer schönen und abwechslungsreichen Landschaft auch das absolut entspannte Autofahren. Ela, die ja erst seit relativ kurzer Zeit wieder Auto fährt, daher bei etwas größerem Verkehrsaufkommen relativ schnell gestresst ist und dann nicht mehr so gerne selber steuert, saß auf dieser Reise bei knapp 5000 Kilometern zurückgelegter Strecke mehr hinter dem Lenkrad als ich, so kam es mir zumindest vor.
Das die Amerikaner alle nett sind, ist bekannt, und so haben wir es eigentlich auch so gut wie überall erlebt. Gut, man sagt ihnen eine gewisse Oberflächlichkeit nach, aber wen stört das schon auf so einer Reise, man wird die Leute höchstwahrscheinlich sowieso nie wieder sehen. Und selbst wenn das stimmen sollte, wir empfanden das jedenfalls wesentlich angenehmer als so manch andere "Gastfreundlichkeit" in dem einen oder anderen europäischen Land.

Auch können wir solche Behauptungen, wie, dass viele Amerikaner sehr dick sein sollen, weil sie wohl so viele "All you can eat" - Restaurants haben, nicht bestätigen. Wir haben in den von uns besuchten Gegenden nicht ein entsprechendes Restaurant und auch nicht mal eine Handvoll dicke Leute gesehen.

Na gut, bei soviel Positivem muss es ja auch etwas Negatives geben, könnte man denken. Stimmt auch, aber das geht eigentlich fast nur in Richtung der Kosten. War der Mietwagen - ein Ford Escape und wirklich guter, vollausgestatteter Midsize SUV - mit 500,80 Euro für 19 Tage ebenso wie der Kraftstoff noch richtig günstig, so haben die dann doch teilweise sehr hohen Kosten für die Unterkünfte und auch die teuren Mahlzeiten in den Restaurants den Preis auf weit über die ursprünglich angepeilten 3000,- Euro / Person getrieben. Bei den Unterkünften wird halt besonders am Wochenende und wenn sie in der Nähe eines Nationalparks liegen, preislich ganz schön zugelangt.
Ansonsten fällt mir außer dem Skywalk am westlichen Grand Canyon, der der größte Reinfall war - dazu später mehr - nichts Negatives mehr ein.

Nun noch vorab tabellarisch unsere gefahrene Strecke, die man auf der Seite Tracks auch grafisch sehen kann, sowie die jeweiligen Highlights an den entsprechenden Stellen - die wir gesehen oder gemacht haben -, wobei die Anzahl der Plus-Zeichen ein Maß dafür ist, wie gut uns bzw. mir ( wenn Ela nicht dabei war ) die Sache gefallen hat.
In dem tageweisen Bericht weiter unten werden diese dann natürlich noch ausführlicher beschrieben:

Ort, Strecke

Highlights
San Francisco:
+++ Golden Gate Bridge, ++ Alcatraz, ++ Cable Car, + Lombard Street, + Fisherman's Wharf / Pier 39
Via Highway 1 nach Cambria:
++ Schöne Strecke zwischen Big Sur und Cambria, + Cambria (kleines, uriges Örtchen)
Via Highway 46, 41,198 nach Three Rivers / 
Sequoia National Park:
+++ Bärensichtigung am Big Tree Trail, ++ Big Tree Trail, ++ General Sherman Tree, ++ Besteigung Moro Rock
Via Highway 180, 168, 41 nach Fish Camp /
Yosemite Nationalpark:
+++ Glacier Point, +++ Yosemite Valley Overlook, + Upper Yosemite Falls
Via Tioga Pass nach Lee Vining, Mono
Lake:
+ Mono Lake, + Kalktuff-Formationen am Mono Lake
Via Highway 395, Bishop, Big Pine, Lone
Pine, Highway 136 u. 190 ins Death Valley:
+++ Dantes View (morgens), +++ Zabriskie Point, ++ Artist Drive, + Badwater Basin
Via Highway 178, 160, Las Vegas, Highway
15, 169 in den Valley of Fire State Park:
++ Fire Wave, + White Domes Trail Wanderung *1, + Seven Sisters Steinformation
Via Highway 169, 15, 9 nach Springdale /
Zion Nationalpark:
+++ Angel's Landing Wanderung *1, + The Narrows Trail Wanderung bis zur Engstelle des Virgin Rivers
Via Highway 9, 89, 12 in den
Bryce Nationalpark:
+++ Bryce Point, +++ Rim Trail Wanderung vom Bryce Point zum Sunset Point *1, ++ Natural Bridge,
++ Aqua Canyon Overlook, ++ Rainbow Point Overlook
Via Highway 12, 24 nach Torrey /
Capitol Reef Nationalpark
++ Sehr leckere Pizza im Restaurant "The Rim Rock Patio" bei Torrey, + Fahrt über die Capitol Reef Road
Via Highway 24, 70, 191 in den
Arches Nationalpark:
+++ Dead Horse Point (westlich von Highway 191 nahe des Arches NP),
+++ Double O Arch *1, ++ Landscape Arch, + North Window, + Balanced Rock
Via Highway 191, 163 nach Mexican Hat:
+ Twin Rocks bei Blanding City, + Abstecher zum Valley of the Gods, + Abstecher zum Goosenecks State Park,
+ Mexican Hat Felsformation
Via Highway 163 zum Monument Valley
Navajo Tribal Park:
++ West / East Mitten und Merrick Butte View, ++ Offroad Rundfahrt, ++ North Window, + Three Sisters,
+ Totem Poles, + The Cube
Via Highway 163, 160, 98 nach Page /
Antelope Canyon:
+++ Lower Antelope Canyon, + Lake Powell
Via Highway 89, 64 zum
Grand Canyon Nationalpark:
+++ Horseshoe Bend (südlich von Page) *1, + Little Colorado River Viewpoint
+++ South Kaibab Trail - Bright Angel Trail - Rund-Wanderung *1, +++ Rim Trail
Via Highway 64 , 40, Route 66 nach
Seligman:
++ Seligman (kleines, kultiges Örtchen)
Via Route 66, Antares Road, Pierce Ferry
Road, Diamond Bar Road zum Sky Walk
+ Offroadfahren auf der Antares Road
Via Diamond Bar Road, Pierce Ferry Road,
Highway 93 nach Boulder City:
+ Hoover Damm
Via Highway 93, 515, 593 nach Las Vegas: ++ Las Vegas Strip
*1 -> Ela hat diese Wanderung nicht gemacht

Freitag, 09.09.2011 - 1. Tag - Berlin - London - San Francisco

Die Freude war groß als endlich der Tag gekommen war und über 4 Wochen Urlaub und unsere USA Reise vor uns lagen. :-)))))
Von Berlin-Tegel flogen wir morgens mit Virgin Atlantic nach London - Heathrow, und nach etwa 3-stündigem Aufenthalt dort ging es um ca. 13:00 Uhr weiter über den großen Teich bis zur Westküste der USA. Um kurz vor 16:00 Uhr landeten wir in San Francisco. Ja, schön wär's gewesen, wenn der Flug nur knapp drei Stunden gedauert hätte, aber dann hätte unser Flieger noch etwas schneller als die Concorde sein müssen. ;-) Nee, da wir natürlich mit der Zeit geflogen sind, muss man noch die 8 Stunden Zeitunterschied zwischen London und San Francisco mit dazurechnen, so dass wir insgesamt knapp 11 Stunden unterwegs waren. Diese langen Flüge sind immer ein Gräuel für uns, aber zwingen tut uns ja keiner und was soll man schon machen, wenn man sich ein so weit entferntes Urlaubsziel ausgesucht hat. Ich jedenfalls nehme immer Schlaftabletten - ich weiß, soll man nicht -, um wenigstens etwas dösen oder schlafen zu können. So klappte es dann diesmal auch wieder ganz gut und mir kam die Zeit nur ungefähr halb so lang war.
In San Francisco angekommen war dann die Passkontrolle mit ca. einer 3/4 Stunde noch halbwegs schnell erledigt. Unsere Koffer lagen inzwischen auch schon auf dem Gepäckband, so dass wir dann kurz danach am Geldautomaten unsere ersten 500,- Dollar abheben konnten.
Eine kleine Hürde ergab sich anschließend am Ticketautomaten für die Bart ( Bay Area Rapid Transit ) - einer Schnellbahn, mit der man auch sehr gut vom Flughafen nach San Francisco reinfahren kann -, weil wir erst mal nicht durchblickt haben, welche Tasten wir drücken müssen, um das richtige Ticket zu bekommen. Ein anderer Fahrgast am Automaten nebenan erklärte es uns freundlich. Man muss also erst in einer Tabelle gucken, wie viel die Fahrt für eine Person bis zum gewünschten Ziel kostet, dann tippt man diesen Betrag in den Automaten ein und zahlt schließlich das Geld. Darauf wird das Ticket gedruckt und ausgegeben.
Wir mussten bis zur Powell Street und die Fahrt dorthin ging mit der Bahn auch relativ zügig. Wir konnten dabei auf jeden Fall schon mal die unterschiedlichen Klimazonen bei San Francisco erleben. Freuten wir uns am Flughafen noch über strahlenden Sonnenschein, war es hinter einem Tunnel schlagartig sehr neblig. Zum Ende der Fahrt hin klarte es dann aber wieder auf, und am Ausgang des Bahnhofs Powell Street standen wir wieder in der Sonne.
Wir liefen zu unserem, vom Bahnhof etwa 300 Meter entfernten, vorgebuchten Hotel Stratford in der Powell Street.
Das Einchecken war schnell erledigt und endlich waren wir in unserem Zimmer im 7. Stock. Es war leider so klein, dass wir gerade noch Platz fanden unsere Koffer irgendwo hinzustellen, hatte weder einen Kühlschrank noch einen Balkon und das Frühstück war eine Katastrophe. Daher bot es von allen Unterkünften auf unserer Reise das schlechteste Preis- Leistungsverhältnis. Für San Francisco gesehen ist es aber sicherlich eine gute Alternative, denn die superzentrale Citylage ist natürlich schon ein großer Vorteil. Wer mehr Luxus haben will, muss außerdem auch schnell wesentlich tiefer ins Portemonnaie greifen.
Inzwischen war es nach deutscher Zeit ( +9h ) 3:00 Uhr nachts und da wir um 4:00 Uhr früh aufgestanden waren und man das bisschen Schlaf im Flugzeug nicht wirklich als Erholungsphase zählen konnte, wäre es eigentlich nicht verwunderlich gewesen, wenn wir als einzigen Wunsch gehabt hätten, uns ins Bett zu legen und zu schlafen.
Aber wir sind natürlich nicht schlafen gegangen, zum einen ist man viel zu aufgedreht und zum anderen wollten wir natürlich auch unseren Rhythmus an die amerikanische Zeit anpassen. Wäre ich gleich schlafen gegangen, hätte ich um kurz nach Mitternacht wieder aufstehen können.
Außerdem war es draußen ja noch taghell, die Sonne lachte und das Leben tobte vor dem Hotel.
Also sind wir nochmal rausgegangen und haben die Gegend in der Nähe wie Powell und Market Street erkundet. Das Wenden der berühmten Cable Cars auf der Drehscheibe war natürlich auch interessant.
Nachdem wir noch in ein paar kleinen Geschäften waren, dem Treiben auf den Straßen zuschauten und im Bottle Shop neben dem Hotel noch etwas zu trinken kauften, hatten wir dann aber doch irgendwann genug und gingen zurück ins Hotel und relativ früh ins Bett.

Samstag, 10.09.2011 - 2. Tag - San Francisco

Wir haben gut geschlafen und waren gegen 8:00 Uhr frühstücken. Wie schon erwähnt war das Frühstück leider nicht gut, d. h. es gab eigentlich nur Süßkram, also als Belag nur Marmelade und sonst Müsli sowie Muffins. Käse, Wurst oder auch das sonst typische amerikanische Frühstück mit Spiegel- oder Rührei und Würstchen bzw. Schinken gab es nicht.
Ela besorgte für uns an einem Schalter am Wendeteller der Cable Car noch die Muni-Pässe für 3 Tage, mit denen man fast alle öffentlichen Verkehrsmittel beliebig oft fahren kann, nachdem man die entsprechenden Tage auf den Tickets freigerubbelt hat.
Mit der Cable Car fuhren wir dann von der Endstation Powell / Market Street in Richtung Fisherman's Wharf. Der beste Platz zum Fotografieren oder Filmen ist eigentlich beim Schaffner hinten, wo er mittels einer Kurbel, die Spannklaue steuert, um die Verbindung zwischen Cable Car und dem endlos umherlaufenden Seil im Graben unterhalb der Straße zu schließen oder zu öffnen.
Ausgestiegen sind wir an dem berühmten Teil der Lombard Street, oben am Russian Hill, von wo sie auf einer Länge von 145 Metern in 8 bzw. 10 Kurven serpentinenmäßig nach unten abfällt.
Früher war sie an dieser Stelle mit 27% Gefälle eine der steilsten Straßen der Stadt und für viele Autos und Fußgänger ein problematisches Hindernis, woraufhin sie 1923 zu der heutigen Form umgebaut wurde.
Je einen saftigen mit Käse überbackenen Burger mit Pommes, Ketchup und Mayo. Und das Zeug hat sogar gut geschmeckt. Okay, über die Gesundheit bei dieser kulinarischen Hochkultur braucht man nichts weiter zu sagen, man sieht ja auf dem Foto, dass immerhin eine kleine Gurke, eine Tomatenscheibe und der Ansatz eines Salatblättchens genauso mit dabei war, wie die vitaminreiche Orangenscheibe. *ggg*
Dazu ein schönes kühles Bier - meine erste Flasche Sierra Nevada - und ein Glas trockenen Rotwein für Ela und schon war der insgesamt über 11 Kilometer lange Fußmarsch so gut wie vergessen.
Es war jetzt zwar erst kurz nach 16:00 Uhr, aber für den Tag waren wir trotzdem genug unterwegs gewesen und die Zeitverschiebung spürten wir ja auch noch. Wir sind also nach Einkauf von Getränken zurück ins Hotel gegangen und haben uns noch ein paar Daily-Soaps usw. vom Freitag, die ich per Internet über Nacht heruntergeladen habe, auf dem Notebook angeguckt.

Sonntag, 11.09.2011 - 3. Tag - San Francisco

Für diesen Tag hatten wir uns hauptsächlich die Fahrt nach Alcatraz vorgenommen. Das Wetter war auch eher wieder durchwachsen, so dass sich das Fahrradfahren über die Golden Gate Bridge, was wir ja auf jeden Fall noch machen wollten, auch nicht so sehr anbot.
Wir liefen über die Clay und Montgomery Street nach Norden und unsere erste Station war der 64 Meter hohe Coit Tower auf dem Telegraph Hill. Er entstand aus Begeisterung einer Frau namens Lillie Hitchcock Coit zur Feuerwehr, die als Kind wohl einmal von einem Feuerwehrmann aus einem brennenden Haus gerettet wurde. Sie spendete der Stadt zur Verschönerung schließlich 100000,-$, so dass nach ihrem Tod dieser Stahlbetonturm als Monument für die Feuerwehr im Jahre 1934 gebaut wurde.
Das der Turm der Form eines Feuerwehrschlauchs nachempfunden sein soll, ist ein Gerücht, denn das haben die Architekten, wie man der offiziellen Tafel am Tower entnehmen kann, nie beabsichtigt. Auf jeden Fall aber bietet die Aussichtsplattform einen schönen Blick auf die nördliche Bucht und die Stadt. Leider sind alle Turmbögen oben verglast, so dass es beim Fotografieren evt. Spiegelungen geben kann.
Da es ziemlich bewölkt war, hat mich das als Schönwetter-Fotograf nicht so sehr gestört, ansonsten könnte sicher ein Polfilter nützlich sein.
Im Anschluss sind wir mit dem Bus ins bekannte Hafenviertel Fisherman's Wharf gefahren. Von der Endstation war es nur ein Katzensprung zum Pier 39, der ehemaligen Bootsanlegestelle, wo heute ein ganzjähriger Touristen-Rummel herrscht und es viele Souvenir-Geschäfte und Restaurants sowie auch ein Aquarium gibt.
Warum Pier 39 eine so beliebte Attraktion für Touristen ist, hat sich mir ehrlichgesagt nicht wirklich erschlossen, denn außer den inzwischen mehr als 1000 Seelöwen, die sich seit dem Winter 1989 / 90 am danebenliegenden Dock K angesiedelt haben, gibt es da eigentlich nichts, was einen sonst noch groß interessieren könnte.
Wir sind dann natürlich trotzdem dort etwas rumgelaufen, waren in dem einen oder anderen Laden und haben mittags im Restaurant "Bubba Gump Shrimp" gegessen.
Danach sind wir zum ca. 500 Meter entfernten Pier 33 in Richtung Osten gelaufen, um die Karten für die dort ablegende Fähre nach Alcatraz zu kaufen. Zu unserem Pech mussten wir aber feststellen, dass alle Überfahrten an dem Tag sowie dem darauffolgenden schon ausgebucht waren. Wir hätten uns also am Ticketschalter frühestens für Dienstag Karten kaufen können. Aber das war schon der Tag, wo wir morgens den Mietwagen abholen wollten, um dann über den Highway 1 nach Süden zu fahren. Wir standen noch in der Menschenschlange und schauten etwas ungläubig auf das Hinweisschild, dass alles ausgebucht sei, als uns zu unserem Glück einen Mann fragte, ob wir ihm 2 Tickets für die nächste Fahrt abkaufen wollen. Er hatte insgesamt 4 Tickets und warum auch immer er und seine Begleiter die Tour nicht mehr machen wollten, wir freuten uns natürlich und haben ihm sofort 2 Tickets abgekauft. Da er uns die Karten für insgesamt 40,- Dollar gab, haben wir sogar noch 9,- Dollar gespart. :-) Es dauerte dadurch keine halbe Stunde mehr und wir waren auf der Fähre nach Alcatraz.
Die Insel erhielt ihren Namen wohl im 18. Jahrhundert von dem ersten spanischen Besucher, denn Alcatraz bedeutet übersetzt Pelikan bzw. Tölpel, wovon sehr viele Tiere auf der Insel nisteten.
Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete die amerikanische Armee ein Fort auf der Insel, um mit bis zu über 100 Kanonen den Hafen von San Francisco vor feindlichen Angriffen zu schützen. Die Befestigungsanlage wurde dann später in der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges als Militärgefängnis umfunktioniert und während des 1. Weltkrieges sind dort Wehrdienstverweigerer inhaftiert worden.
Von 1933 - 1963 wurden nach Alcatraz die Unruhestifter aus anderen Gefängnissen verlegt, so dass es bald als berüchtigtstes und gefürchtetstes aller Gefängnisse in den USA galt. Fluchtmöglichkeiten gab es aufgrund kalter Wassertemperaturen, gefährlicher Strömungen und auch der Bewachung so gut wie keine. Von den insgesamt 14 Ausbruchversuchen in den 30 Jahren endeten alle erfolglos oder tödlich. Zwar gelang 1962 drei Häftlingen die Flucht von Alcatraz und diente damit auch als Vorlage für die gleichnamige Verfilmung mit Clint Eastwood, jedoch wurde keiner von ihnen je wieder gesehen. Da man stattdessen Teile des selbst zusammengeklebten Schlauchbootes fand, ging man davon aus, dass sie in der Bucht ertrunken sind.
Wegen zu hoher Betriebskosten, vor allem beim Personal - auf 3 Gefangene kam ein Wärter - aber auch Instandhaltungskosten der alten Gemäuer wurde das Gefängnis am 21. März 1963 geschlossen.
Danach war die Insel eine Zeit lang durch Indianer besetzt, es gab den Versuch dort ein Kasino zu eröffnen, bis Alcatraz 1972 schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Wir sind dort durch den Zellentrakt gelaufen, wo man auch Informationstafeln zu der sogenannten "Schlacht von Alacatraz", bei der 2 Wärter von den Häftlingen erschossen wurden, sieht. Vom Hof aus, wo sich die Insassen täglich für ca. eine Stunde aufhalten durften, war die schöne Skyline von San Francisco und auch die Golden Gate Bridge bei dem inzwischen aufgeklarten Himmel zu sehen, und wir konnten uns gut vorstellen, dass das den Insassen die Unterbringung sicherlich noch erschwert hat.
Wir waren insgesamt ca. 2 Stunden dort.
Nach der Rückfahrt mit der Fähre sind wir die ca. 1,5 Kilometer zur Drehscheibe der Cable Car an der Bay Ecke Taylor Street gelaufen und mit der Powell-Mason Line wieder zurück zum Hotel gefahren, wo wir dann gegen 17:30 Uhr wieder ankamen.

Montag, 12.09.2011 - 4. Tag - San Francisco

Zum Glück hatte sich das schöne Wetter vom Vortag fortgesetzt, denn für diesen Tag stand ja noch unsere Radtour zur und über die Golden Gate Bridge an.
Leider fing der Tag trotzdem nicht so schön an, denn wir wollten wieder mit der Cable Car bis zur Bay fahren, aber der Schaffner schien irgendwie schlecht gelaunt zu sein, verlangte motzig von den Leuten (auch von Ela)  im inneren Bereich der Bahn, dass sie den Rucksack vom Rücken nehmen sollen, obwohl das platzmäßig überhaupt nicht nötig war. Als er dann hinten, wo ich wie sonst auch immer mit der Kamera stand, auch anfing rumzustenkern und zwar in einem Ton, der mir überhaupt nicht passte, meinte ich entsprechend forsch zu ihm: " Is okay" und wollte mit einer dazu passenden Handbewegung klar machen, dass er es jetzt gut sein lassen soll. Tat er aber leider nicht, er wurde im Gegenteil eher noch unfreundlicher. Daraufhin wollte ich aussteigen. Er hielt dann auch an, ich gab Ela ein Zeichen und stieg aus, wobei mir noch das Wort "fuck" über die Lippen kam. Er hat auch noch irgendetwas gesagt und als er dann mit seiner Bahn an uns vorbeifuhr, verabschiedete ich mich mit dem Handzeichen, wo nur ein Finger gestreckt ist. Er tat selbiges und für mich war die Sache erledigt.
Nur für Ela leider nicht, denn wir waren nur wenige Stationen gefahren und ich bin dann halt gelaufen. Dazu hatte Ela aber nicht wirklich Lust, was sich in einem entsprechenden Gesichtsausdruck und einem Schritttempo vom gefühlten 0,5 - 1 km/h äußerte. Um den Abstand zwischen uns nicht zu groß werden zu lassen, lief ich natürlich langsamer und so dauerte es ein Weilchen bis wir irgendwann in der Nähe der Bay waren.
Wir sind dann erst mal im Restaurant Ihop in der Beach Street etwas essen gegangen - auf das Hotelfrühstück hatten wir verzichtet - und ich merkte, dass Elas Stimmung deutlich besser wurde. Ohne was im Magen zu haben auch noch laufen zu müssen, da wird die Ela schnell mal bockig.
Als sie nach dem Essen am Tisch auch noch "Schweinebraten" zu mir sagte, wusste ich, dass eigentlich alles wieder okay ist, denn solche liebkosenden Worte sagt sie nicht, wenn sie noch wirklich sauer ist. :-)
Anschließend liefen wir um die Ecke zum Fahrradverleiher "Blazing Saddles", für den wir im Hotel Gutscheine bekommen hatten, und wodurch wir die Räder zum Schnäppchenpreis von insgesamt 54,- $ bekamen. Komisch eben, dass uns der Midsize SUV, den wir ab dem nächsten Tag hatten, nicht mal 36,- $ pro Tag gekostet hat.
Wir fuhren dann an der Bay entlang über die Promenadenstraße, also im Prinzip wieder die gleiche Strecke wie am 2. Tag, aber diesmal waren wir halt nicht zu Fuß und die Sonne schien. Eine knappe Stunde später waren wir am "Fort Point National Historic Site" ganz nah und etwas unterhalb der Golden Gate Bridge. Bei dem strahlendblauen Himmel ergab sich mit ihrer quasi leuchtend roten Farbe ein schöner Kontrast und damit natürlich ein sehr gutes Fotomotiv.
Die Brücke mit einer Gesamtlänge von 2737 Metern inkl. Zufahrtsrampen ist das Wahrzeichen der Stadt und erhielt ihren Namen von der gleichnamigen Buchteinfahrt, die sie überspannt. Bis 1964 war sie mit einer 1280 Meter langen Hauptstützweite, also dem Abstand zwischen den beiden 227 Meter hohen Pylonen, die längste Hängebrücke der Erde und galt oder gilt damit sowohl als architektonische wie auch künstlerische Meisterleistung. Leider hält sie auch den traurigen Rekord, das sich inzwischen über 1500 Menschen von der in ca. 70 Metern Höhe liegenden Fahrbahn in den Tod gestürzt haben, im Schnitt gibt es also alle 2 - 3 Wochen einen sogenannten "Jumper".
Ihre Farbe ist eigentlich Rostschutzfarbe (Bleimennige) und sollte nur als Grundierung dienen. Da sie den Einwohner aber so gut gefallen hat und so schön in die Natur passte, wurde vom Anstrich mit der ursprünglich geplanten Farbe - einem gewöhnlichen Grau - abgesehen.
Beachtlich finde ich, dass der an den Kabelsträngen freischwingend aufgehangene Mittelteil seitliche Schwankungen von über 8 Metern zulässt, wodurch eine gute Stabilität gegenüber Sturm und Erdbeben erreicht wurde.
Vormittags hat man eigentlich von der Südseite, also da, von wo ich das Foto gemacht habe, die besserer Sicht, so dass wir dort ein Weilchen blieben, bevor wir über die Brücke weiter gefahren sind. Im Gegensatz zu den Autofahrer brauchen Radfahrer und Fußgänger keine Mautgebühr zu bezahlen (zumindest bisher nicht). Auf der Brücke war es ziemlich voll, also auch auf dem von den 6 Fahrspuren für die Autos abgegrenzten Weg für die Radfahrer und Fußgänger. Es fällt einem also nicht sehr schwer sich vorzustellen, dass dort täglich über 100000 Fahrzeuge und über 20000 Radler und Fußgänger die Brücke überqueren. Wir mussten quasi ständig im Zick-Zack-Kurs fahren, um den vor uns laufenden Passanten und den entgegenkommenden Radfahrern auszuweichen, aber das hat trotzdem keineswegs verhindert, dass das großen Spaß gemacht hat. Wir fuhren ja nicht über irgendeine Brücke, sondern über die Golden Gate Bridge.
Mit den beiden Fotostopps hatten wir die Brücke nach ca. 15 Minuten überquert und blieben kurz am "Golden Gate Bridge Vista Point", wo Ela etwas zu trinken kaufte, und ich ein paar Fotos von der anderen Seite der Brücke machte. Die Sicht war aber wie schon erwähnt zu dieser Uhrzeit nicht so schön wie von der anderen Seite.
Die Fahrt ging weiter ins von dort etwa 4,5 Kilometer entfernte Sausalito, einem kleinen idyllischen Örtchen, wo wir im Restaurant "Paradise Bay" direkt am Hafen Pause gemacht und gegessen haben.
Nach etwas über 2 Stunden war die Mahlzeit schon etwas verdaut, und wir waren wieder fit für die Rückfahrt.
Ich mache mir schon lange nicht mehr viel aus Autos, aber als wir rauskamen stand dieses Sahnestück von Oldtimer vor dem Restaurant, da musste ich dann doch mal ums Auto rumlaufen und mir alles angucken. Der 190 SL Roadster ( W 121 B II ) Bj. 1955 - 1962 mit 105 PS wurde knapp 26000 Mal gebaut - mehr als 10000 davon in die USA exportiert - und hat damals über 17000,- D-Mark gekostet, das würde heute ca. 40000,- Euro entsprechen. Für ein gut erhaltenes Exemplar müsste man heute um die 90000,- Euro bezahlen.
Der Wert hat sich also in den ca. 50 Jahren mehr als verdoppelt.
Ob das bei meinem Golf IV Bj. 1999 mit 100PS, der mich ohne Rabatte etwas über 18000,- Euro gekostet hätte, auch so sein wird?
Wenn ja, dann könnte ich ihn 2050 als 84 Jähriger für gute 40000,- Euro wieder verkaufen. Toll. *ggg*
Okay, lassen wir den Quatsch, wir sind dann die gleiche Strecke wieder zurückgefahren und vor der Brücke wäre ich gerne noch rechts zu den Marin Headlands hoch gedüst, denn am Nachmittag hätte man bei dem schönen Wetter von dort einen Superblick auf die Brücke und das Panorama von San Francisco gehabt, aber Ela hatte dazu keine Lust mehr, und da ich nicht wusste wie lange der kleine Abstecher inkl. Fotos knipsen dauern würde, habe ich es auch sein lassen. Auf der Brücke war um diese Zeit gegen 16:30 Uhr deutlich weniger Verkehr, sowohl bei den Autos als auch bei den Radlern und Fußgängern. Nach noch ein paar kleinen Fotoshoots waren wir kurz danach auch schon wieder auf der anderen Seite und über die Promenade zurück beim Fahrrad-Verleiher. Nach Abgabe der Räder und einem kurzen Fußmarsch in Richtung Washington Square ging's mit einem Muni Metro Bus der Linie 30, der per Oberleitung mit Strom versorgt wurde, zurück zum Union Square, so dass wir nach kurzem Shopping dort gegen 18:30 Uhr wieder im Hotel waren.
In San Francisco war das unser letzter und zugleich auch schönster Tag, denn die Golden Gate Bridge inkl. ihrer Überquerung war bei dem ganztägigen Sonnenschein das größte Highlight für uns dort.

Dienstag, 13.09.2011 - 5. Tag - San Francisco - Highway 1 - Cambria

Auf das Frühstück im Hotel haben wir wieder verzichtet und sind zur etwa 300 Meter entfernten Mietwagen-Firma Alamo in der O' Farrell Street gelaufen, wo wir um kurz vor 9:00 Uhr ankamen. Wir mussten nicht lange warten bis wir an der Reihe waren und der Herr am Schalter war auch sehr freundlich. Er empfahl uns eine Zusatz-Haftpflicht-Versicherung abzuschließen, und da wir das vorher auch schon in unseren Mietvertrags-Unterlagen von "Drive-FTI" als dringende Empfehlung gelesen hatten, taten wir das auch. Zusätzlich nahmen wir sogar noch die günstige Roadside-Plus-Versicherung für 5,- $ pro Tag, denn damit waren auch Schäden an Glas und Reifen mitversichert. Und da wir ein paar Offroad-Fahrten eingeplant hatten, wo schnell mal ein Reifen oder mehr kaputt geht, hätten sich die Kosten dafür schnell rentiert.
Da unser Auto wohl noch gewaschen werden sollte, mussten wir eine knappe Stunde warten, was uns etwas geärgert hat, denn wir hatten ja immerhin über 350 Kilometer an dem Tag zu fahren und wollten deswegen früh los.
Als der Wagen dann fertig war, bekamen wir die Schlüssel und gesagt wo das Auto steht. Allerdings musste man den Weg dorthin trotzdem erst mal suchen, eine Wagenübergabe oder sonst was gab es nicht.
Nachdem unser Gepäck verstaut und die Navi's sowie das Scheibenstativ für die Videokamera installiert waren, ging die Fahrt los. Das Verkehrsaufkommen in San Francisco hielt sich in Grenzen und wir kamen relativ zügig in Richtung Süden aus der Stadt. Nach einer Stunde waren wir am "McNee Ranch State Park" und damit auch aus dem südlichen City-Bereich raus. Ich war gespannt auf die Strecke, denn der Highway 1 soll ja einer der schönsten Küstenstraßen Amerikas sein. Dass wir die ersten 2/3 der Strecke nicht so schön fanden, lag sicherlich auch an dem bis dahin ziemlich durchwachsenen Wetter. Das änderte sich dann aber ab Big Sur, wo wir nach insgesamt ca. 4,5 Stunden und 238 Kilometern ankamen. Dort haben wir erst mal im Restaurant "River Inn" gegessen und dort bei den Bänken am Fluss eine kurze Pause eingelegt.
Die Fahrt ging weiter und auf dem letzten Drittel unserer Tagestour machten wir bei dem inzwischen wieder strahlend blauen Himmel mehrere Fotostopps.
Nach knapp 4 weiteren Stunden erreichten wir unser Ziel, das Hotel Creekside Inn im kleinen urigen Örtchen Cambria mit ca. 6000 Einwohnern. Wir hatten uns dieses Hotel ausgesucht und vorgebucht, weil wir wussten, dass wir erst gegen späten Nachmittag dort ankommen würden und es daher keinen großen Sinn gemacht hätte, die wesentlich teureren Hotels an der Küste wie das Cambria Shores Inn oder Moonstone Landing zu buchen, nur um ein Zimmer mit Meerblick zu haben, denn es wäre eh nicht mehr lange hell gewesen, und wir sind ja sowieso schon fast den ganzen Tag am Meer entlang gefahren. Da fanden wir es sogar besser, dass unser Hotel nahe am kleinen Ortskern liegt.
Der Check-In war schnell erledigt, wir waren nochmal kurz im Supermarkt einkaufen und haben dann etwas auf dem Balkon gesessen und relaxt, bevor wir abends beim Mexikaner "Las Cambritas" essen gingen.

Mittwoch, 14.09.2011 - 6. Tag - Cambria - Three Rivers

Für diesen Tag war nur die Fahrt zum Ort Three Rivers geplant, um dann am nächsten Tag schon früh in den Sequoia National Park gehen zu können.
Nach dem kontinentalen Frühstück - kontinental heißt, es gibt wie immer nur Süßes - waren wir zuerst tanken, wobei man hier vor allem die Chevron Tankstellen empfehlen kann, denn da braucht man nur einmal kurz die Kreditkarte in den Leser stecken, nimmt den Nozzle, also den Einfüllstutzen ab, wählt die Kraftstoffsorte, tankt und fertig. Man braucht weder eine Pin eingeben, noch muss man zur Kasse gehen.
Allerdings war ich beim Tanken erst mal etwas verdutzt, denn ein Liter sollte 4,- Dollar kosten.?!? Das kann doch nicht sein, dachte ich, denn das wären ja 3,- Euro pro Liter und der Kraftstoff wäre damit doppelt so teuer wie bei uns. Aber über Spritpreise darf man sich in manchen Ländern ja nicht mehr wundern, in der Türkei hat der Liter Anfang des Jahres ja auch über 2,- Euro gekostet. Als der vorher nur noch 1/4 volle Tank dann aber nach ca. 15 Litern voll sein sollte, wusste ich, dass da irgendetwas nicht stimmen konnte. Ein genaueres Hinsehen auf die Zapfsäule brachte dann die Erkenntnis: Wir tankten Gallonen und keine Liter. Und dank eines Einheitenumrechners auf dem Smartphone war dann schnell klar: Eine Gallone sind ungefähr 4 Liter -> 4 Liter kosten 4,- Dollar -> 1 Liter kostet 1,- Dollar, 1 Liter kostet ca. 0,75 Euro und damit nur die Hälfte wie bei uns. Was einem so eine "blöde" Einheit doch kurz mal für einen Schrecken einjagen kann. *ggg*
Weiter ging's dann im Prinzip die ganze Zeit in Richtung Osten und da wir bei dem Süßkram-Frühstück nicht so viel gegessen haben, sind wir kurz vor Kettleman City, also quasi auf halber Strecke, nochmal kurz bei Mc Donald's rein, um auch mal wieder was Gesundes zu essen. ;-)
Nach etwas über 5 Stunden haben wir die insgesamt 274 Kilometer zurückgelegt und erreichten um kurz nach 14:00 Uhr das Siedlungsgebiet Three Rivers, welches sich über mehrere Meilen an der California State Route 198 erstreckt, und kurz vor Beginn des Sequoia NPs waren wir schließlich auch an unserem ebenfalls schon vorgebuchten Hotel Sequoia Village Inn.
Bei diesem Hotel kann man sich auf der Homepage eine Übersichtskarte der einzelnen Häuschen der Anlage anzeigen lassen. Wir hatten uns das letzte kleine Häuschen (Hummingbird Cottage) reserviert, welches den Vorteil hat, das man den noch dahinter liegenden Pool fast immer für sich alleine hat, weil die anderen Gäste wohl meistens in den größeren Pool im dazugehörigen Gateway Hotel auf der anderen Straßenseite gehen. Das war natürlich wieder klasse, denn so konnten wir auf der Terrasse von unserem Häuschen wunderbar und völlig ungestört relaxen.
Auch sonst war die an sich kleine Hütte vollausgestattet. Für uns ist eigentlich immer nur wichtig, dass ein Balkon oder eine Terrasse sowie ein Kühlschrank vorhanden ist und dass man WiFi-Empfang hat, wenn möglich natürlich kostenlos und vom Haus oder Zimmer aus. Da das hier so war, konnte ich wieder die Soaps von den Vortagen aufs Notebook ziehen, während wir zwischenzeitlich ab und zu im Pool planschten oder auf der Terrasse saßen.
Abends waren wir noch im Restaurant vom Gateway Hotel essen, guckten danach noch ein paar Soaps und freuten uns schon auf den nächsten Tag, wo ja der Sequoia NP als erster National Park von einigen, die wir auf unserer Rundreise besuchen wollten, auf dem Programm stand.

Donnerstag, 15.09.2011 - 7. Tag - Three Rivers - Sequoia NP - Fish Camp

Da wir während der Reiseplanung gelesen hatten, dass die National Parks in den USA in den Sommerferien, also von Anfang Juni bis zum Labor Day - dem ersten Montag im September - und auch an Wochenenden besonders voll sein sollen, es teilweise sogar zu Völkerwanderungen ausartet, hatten wir unseren Urlaub schon mal vorsorglich um einen Monat nach hinten verschoben.
Die nahe bei Los Angeles und San Francisco gelegenen Nationalparks, also der Sequoia und besonders der Yosemite NP können aber auch zu anderen Zeiten ziemlich gut besucht sein.
Deshalb sind wir an dem Tag noch etwas früher als sonst aufgestanden und gleich nach dem Frühstück losgefahren. Um 8:30 Uhr waren wir am Ticket-Häuschen, wo wir dann den Pass für 80,- $ kauften, mit dem 2 Personen fast alle National Parks ein Jahr lang beliebig oft besuchen dürfen. Im Verhältnis zu den Einzelpreisen ein absolutes Schnäppchen.
Es war noch alles sehr leer, wir hielten hier und da an, um ein paar Fotos zu machen u.a. von dem Schild am Anfang des Parks, dem Tunnelrock und auch dem in der Ferne zu sehenden, 2050 Meter hohen, dornförmigen Granitmonolithen, dem Moro Rock, zu dem wir zuerst fahren wollten. Leider gab es auf dem Weg dorthin eine sehr lange Baustelle, so dass die Strecke mehrere Kilometer lang nur einspurig war, und wir eine 3/4 Stunde warten mussten, bevor es dann um 10:00 Uhr weiter ging. Das war natürlich Pech, da hätten wir ja auch etwas länger schlafen können.
Für die 29 Kilometer vom Eingang bis zum Parkplatz brauchten wir durch die Verzögerung 2 Stunden. Aber der knapp 500 Meter lange Aufstieg bis zur Plattform des Moro Rocks, den wir in 20 Minuten zurücklegten, hat schnell für die Wartezeit entschädigt.
Von dort hat man einen sehr schönen Blick in alle Richtungen.
Aber das war eigentlich eher eins der kleineren Highlights, denn der Sequoia National Park ist ja in erster Linie für seine riesigen Mammutbäume bekannt.
Unser nächster Halt war daher der 3 Kilometer entfernte Parkplatz gegenüber des Giant Forest Museums nahe am Big-Tree-Trail, von wo wir noch die ca. 500 Meter zum Startpunkt des Trails zu Fuß gingen. Der kleine Parkplatz direkt am Trail ist nur für Behinderte.
Wie liefen also los und ich guckte nach oben - die Bäume, die dort rings um den etwas über einen Kilometer langen Rundweg stehen, heißen ja nicht umsonst Mammutbäume, als Ela sich plötzlich erschrak und rief: "Da ist ein Bär". Und Tatsache, da war ein Bär. Ela lief erst mal ein paar Schritte zurück, und ich wollte den Bären natürlich fotografieren. Ela machte noch einen anderen Touristen auf das Tier aufmerksam, der daraufhin ebenfalls sofort Fotos machte. Der Bär ließ sich aber nicht im Geringsten von uns stören, sondern schnüffelte eher in Ruhe auf der Wiese. Er kreuzte dann auch ganz gemächlich den Weg, der andere Tourist rannte inzwischen zu seinem Auto, um ein anderes Objektiv zu holen, und ich filmte jetzt mit dem Camcorder.
Na ja, Bären sind natürlich nicht nur sehr stark, sondern auch besonders deshalb gefährlich, weil sie keine Mimik haben und man ihnen deshalb nicht ansehen kann, wie gerade ihre Stimmung ist. Es war aber noch ein kleiner Bär und dachte daher, dass von ihm keine große Gefahr ausgeht.
Das war natürlich ein super Highlight, hatten wir doch in Botswana bei 10 Tagen Aufenthalt in der Wildnis keine einzige große Katze gesehen, so bereitete das kleine Bärchen hier beim Besuch unseres ersten Nationalparks in den USA doch schon mal eine große Freunde.
Obwohl ich an der hinteren Abzäunung stand, habe ich es mit einer Brennweite von 16mm bzw. 24mm aufs Kleinbildformat umgerechnet, nicht geschafft, den Baum komplett auf das Foto zu bekommen. Hätte ich noch mein Weitwinkel-Objektiv mit 10 - 20mm Brennweite gehabt, wäre es sicherlich möglich gewesen, aber dann hätte man Ela, die links neben dem Schild steht, zumindest bei der Größe dieses Fotos nicht mehr sehen können.
Nach dem logischerweise anstrengenderen Aufstieg sind wir in Richtung Fishcamp gefahren, d.h. noch die restlichen 60 Kilometer nordwestlich aus dem Park raus - weitere Sehenswürdigkeiten wie die Crystal Cave oder den General Grant Tree haben wir ausgelassen - und dann die restlichen 155 Kilometer über die Highways 180, 168 und 41 bis etwa 3 Kilometer vor dem Örtchen Fishcamp zum Hotel Narrow Gauge Inn, wo wir um kurz nach 17:00 Uhr ankamen.
Ela hat uns beim Einchecken fürs Abendessen um 18:30 Uhr angemeldet, so dass noch etwas Zeit blieb auf der Terrasse vom Zimmer zu entspannen. Wir hatten zwar ein Zimmer im oberen Block, schauten von der Terrasse daher teilweise auf den unteren Block, aber auch auf den dahinterliegenden Wald, so dass das insgesamt völlig okay war.

Freitag, 16.09.2011 - 8. Tag - Fish Camp - Yosemite NP / Tioga Pass - Mono Lake / Lee Vining

Morgens stand das alte, aber gut restaurierte Feuerwehrauto vor der Garage im Narrow Gauge Inn, was ich erst mal fotografiert habe, bevor wir frühstücken waren.
Um viertel vor 9:00 Uhr sind wir losgefahren und wollten in FishCamp eigentlich tanken, denn wenn es im Park keine Tankstelle geben würde, so wie Ela es vorher irgendwo gelesen hatte, hätte der Sprit nicht bis zum Ziel gereicht. Leider haben wir dort aber keine gesehen und auch die POI's im Navi haben dort nichts angezeigt, allerdings sollte in ein paar Kilometern eine kommen, also musste es im Park wohl doch eine geben.
Vor den Ticket-Häuschen am Eingang war erst mal ein kleiner Stau und man hat gleich gemerkt, dass der Yosemite NP wesentlich stärker besucht wird als der Sequoia NP. Es ging dann aber insgesamt doch relativ zügig weiter, unsere Frage nach einer Tanke innerhalb des Parks wurde bejaht, so dass wir zum Glück nicht umkehren mussten.
Unser erstes Zwischenziel sollte dann der Glacier Point sein, so dass wir von der Hauptstraße, dem Highway 41, die 25 Kilometer bis dorthin fuhren. Schon kurz vor Erreichen des Ziels hat man am Washburn Point einen spektakulären Blick auf die Granitfelsen. Nach einem Fotostopp haben wir die restlichen 1,3 Kilometer bis zum bumerangförmigen Parkplatz am Glacier Point zurückgelegt. Obwohl auf der Straße eigentlich nur ganz wenige Autos zu sehen waren, standen schon ziemlich viele Autos dort. Es war aber kein Problem einen freien Platz zu finden, auch ohne mehrmals kreisen zu müssen.
Wir liefen dann den ca. 700 Meter langen Trail bis zum letzten Plateau, der Blick ging dabei natürlich schon die ganze Zeit nach rechts und das, was man sieht, ist einfach nur beeindruckend. An dem Plateau dann angekommen staunt man eigentlich nur noch.
Wir haben ja schon an einigen Punkten auf diesem Planeten gestanden, wo in Reiseführern oder Reiseberichten etwas von atemberaubenden oder überwältigenden Ausblicken stand, was wir dort dann allerdings öfter gar nicht so empfunden haben. Dieser Punkt gehört aber mit Sicherheit dazu. Wenn er einem nicht den Atem raubt und man von ihm auch nicht überwältigt wird, dann wird man ihn aber bestimmt fantastisch finden. Uns ging es jedenfalls so. Wer also im Yosemite National Park unterwegs ist und nicht dorthin fährt, der macht was falsch.

Nach einer knappen Stunden ging es weiter, also die Strecke zur Hauptstraße zurück, dann in Richtung Norden und der Straße am Merced River entlang folgend, so dass wir beim Wendepunkt fast direkt unterhalb des Glacier Point im Valley standen.
Auf dem Weg dorthin gab es natürlich noch viele schöne Fotomotive wie z.B. spiegelglatte Stellen des Merced Rivers
oder direkt hinter dem Tunnel der Tunnel View - auch Yosemite Valley Overlook genannt - sowie den Upper Yosemite Falls, um nur ein paar davon zu nennen.
Wir spazierten dann den Trail entlang und zu unserem Erstaunen waren wir sogar ganz alleine auf dem kompletten Rundweg. Ab und zu  dachte ich, wenn jetzt die Mutter vom dem Bärchen irgendwo aus dem Gebüsch kommt....
Der Trail ist sehr schön und die Bäume sind wirklich beeindruckend groß. Auf Bildern kann man das aber wie so oft nur im Vergleich zu einem Objekt von ungefähr bekannter Größe sehen. Auf dem rechten Bild ist das Ela, die dort in der Mitte auf der Bank sitzt.
Nachdem wir wieder zurück am Auto waren, stand nun das im wahrsten Sinne des Wortes größte Highlight des Sequoia NPs an, denn wir fuhren die 6,5 Kilometer durch den Giant Forest zum Parkplatz des Sherman-Tree-Trails, den wir einen knappen Kilometer teilweise relativ steil bergab liefen, um dann am Fuße des General Sherman Tree zu stehen.
Dieser um die 2000 Jahre alte Riesenmammutbaum ist der größte "lebende" Baum auf der Erde. Das Superlativ bezieht sich dabei nicht auf die Höhe des Baum, denn mit seinen fast 84 Metern Länge ist er keinesfalls der höchste Baum - da gibt es viele, die über 100 Meter hoch sind -, da er aber am Stamm einen Durchmesser von über 11 Metern hat und auch nach oben hin große Umfänge beibehält, hat er mit fast 1500 Kubikmetern das größte Volumen.
Auf dem Foto - hier der Blick auf den Half Dome und das Yosemite Valley - kommt das leider längst nicht so rüber, wie wenn man da wirklich steht.
Auf den nächsten beiden Bildern sieht man aber zum einen, dass die Besucherzahl doch noch sehr übersichtlich war und zum anderen, dass man an den Begrenzungen des Plateaus sozusagen über dem Valley "schwebt".
Dieses zentrale Valley bildet den Kern des Yosemite Nationalparks bzw. in diesen Bereich zieht es die meisten Touristen, obwohl es eigentlich nur etwa ein Prozent der Gesamtgröße des Parks ausmacht. Man kann dort sicherlich noch viel mehr machen, als nur einmal zum Glacier Point und durchs Valley zu fahren, aber wir haben es dort dabei sein lassen, denn in Hinsicht auf z.B. die Mammutbäume, die es im Yosemite NP auch gibt, hatten wir im Sequoia NP schon viele und auch größere gesehen. Ebenso gibt es dort natürlich auch viele Wege, wo es bestimmt Spaß machen würde, zu wandern, aber das wäre dann sicherlich zu zeitintensiv geworden. Auf unserer Rundreise hatten wir für diesen Park eben nur ein Tag eingeplant, denn sonst wären 3,5 Wochen für unseren gesamten Trip zu kurz gewesen, wenn wir jedes Highlight von vorne bis hinten hätten erkunden wollen.
So sind wir schließlich über den Highway 120 und den 3000 Meter hohen Tioga Pass zum 100 Kilometer entfernten Mono Lake gefahren. Diese Strecke ist die einzige Möglichkeit um den Park in Richtung Osten zu verlassen. Die Straße hat keine festen Öffnungszeiten, sondern wird geschlossen, wenn Schnee liegt. Daher sollte man etwas auf die Wetterverhältnisse achten, denn im Schnitt ist der Pass zwar von Ende Mai bis Anfang November geöffnet, er wurde aber auch schon mal erst am 8. Juli geöffnet bzw. schon am 4. September geschlossen und das kann dann unter Umständen, je nach dem wo man hin will, große Umwege bedeuten.
Wer sich dafür interessiert, kann sich auf der Seite http://www.monobasinresearch.org/data/tiogapass.htm die Öffnungszeiten seit 1933 anzeigen lassen..
Fast vor Ende der Tioga Pass Road sind wir kurz nach rechts ca. 400 Meter weit auf eine Anhöhe gefahren, von wo man einen guten Überblick über den 20 Kilometer langen und 15 Kilometer breiten Mono Lake, einem besonders salzhaltigen Natronsee, hat.
Von dort war es nicht mehr weit bis nach Lee Vining, wo wir unsere nächste Unterkunft, das Lake View Lodge, gebucht hatten. Leider haben wir das nicht sofort gesehen und sind erst mal 300 Meter zu weit gefahren. Als ich dann wenden wollte und das Auto schon etwa 45 Grad zur Fahrtrichtung gedreht stand, hörte ich es plötzlich von hinten quietschen. Ich drehte mich um und sah wie ein Motorrad eine Vollbremsung machte und das Hinterrad abhob. Zum Glück schaffte es der Fahrer trotzdem noch das Motorrad nur auf dem Vorderrad stehend ca. 1 - 2 Meter vor dem Crash zum Stehen zu bringen. Er kippte dann zur Seite, konnte sein Motorrad aber so abfangen, dass weder ihm etwas passierte noch sein Bike beschädigt wurde. Ich habe natürlich sofort eine entschuldigende Handbewegung gemacht, aber da er sicherlich einen riesen Schreck bekommen hatte und entsprechend sauer war, klappte er nur sein Visier hoch und rief laut: "Fuck you".
Okay, ich wäre genauso sauer gewesen, und ich weiß auch nicht, warum ich ihn nicht vorher gesehen habe, obwohl ich wie immer in den Spiegel geguckt habe etc.
Er fuhr dann langsam an unserem Auto vorbei und sagte irgendetwas, was sich für mich wie "come out" anhörte. In dem Moment fuhr auch einer der wenigen Polizeiwagen, die wir auf der ganzen Reise gesehen haben, vorbei, und der Polizist guckte neugierig, was da los ist, fuhr aber weiter. Ich setzte dann den Wagen zurück, stieg aus, ging zu dem 10 Meter weiter vorne stehenden Motorrad-Fahrer und sagte: "Sorry, I didn't see you", woraufhin er nur 2 mal erwiderte: "Go away". Demnach hatte er anscheinend vorher eher so was wie "Get out of my sight" o.ä. gesagt.
Na ja, war eine blöde Situation, aber zum Glück ist nichts Ernstes passiert, und es war auch die letzte dieser Art auf unserer Reise.
Ich stieg wieder ins Auto und wartete auf eine Lücke, um zu wenden. Nachdem ich mich bestimmt 10 mal umgedreht habe, tat ich das dann auch, und wir fuhren das Stück zum Hotel zurück.
Die Unterkunft war relativ einfach und an einen Seeblick war von unserem Zimmer Nr. 20A auch nicht zu denken. Das gilt aber wohl für die meisten Zimmer, so dass der Name Lake View Lodge doch etwas seltsam für das Hotel ist. Immerhin hatten wir kostenlosen WiFi-Empfang, wenn wir die Notebooks auf den Tisch auf der Terrasse stellten.
Zur Abwechslung waren wir an dem Abend mal nicht in einem Restaurant essen, sondern haben Würstchen und Fleisch, welches Ela dort im Supermarkt gekauft hat, auf dem Grill auf unserer Terrasse gebrutzelt.
Mit dem Besuch des Yosemite National Parks hatten wir wieder einen schönen Tag erlebt, der mit dem Beinahe-Crash leider blöd endete.
Ich war an dem Abend dann jedenfalls nicht mehr so gut drauf.

Samstag, 17.09.2011 - 9. Tag - Lee Vining - Mono Lake - Bishop - Lone Pine - Death Valley

An dem Tag waren fast 400 Kilometer zu fahren, so dass wir wieder relativ früh aufgebrochen sind. Unser erster Halt war das Tufa State Reserve südlich des Mono Lakes bei den Kalkstuff-Formationen. Diese bizarren, turm- oder pilzartigen und etwa 13000 Jahre alten Gebilde aus Kalziumcarbonat entstehen nur unter Wasser durch entsprechende chemische Prozesse. Ihr Wachstum hört auf, wenn sie aus dem Wasser rausragen. Das sie jetzt teilweise mehrere Meter über der Wasseroberfläche zu sehen sind, liegt daran, dass sich der Wasserspiegel kontinuierlich abgesenkt hat, in den letzten 50 Jahren um knapp 15 Meter.
Der kleine Exkurs über den Highway 120 vom Highway 395 aus, ist hin und zurück keine 20 Kilometer lang, so dass man da ohne weiteres mal schnell hinfahren kann. Ansonsten würden wir es aber eher nur dem speziell Interessierten empfehlen, denn es ist dort weder überwältigend noch atemberaubend und fantastisch fanden wir es auch nicht. ;-) Was nicht heißen soll, dass es dort keine schönen Ausblicke gibt, nur landschaftlich war auf unserer Reise sowieso fast jede Strecke schön.
Wieder an der Hauptstraße angekommen ging es weiter in Richtung Südosten, wo wir zuerst im knapp 100 Kilometer entfernten Städtchen Bishop im Supermarkt Vons eingekauft haben und dann im nochmals knapp 100 Kilometer weiter entfernt liegenden Örtchen Lone Pine getankt, Geld abgehoben, und im Restaurant Mt. Whitney gegessen haben. Um 13:30 Uhr fuhren wir weiter und erreichten gute 50 Kilometer dahinter den Death Valley National Park.
Wenn wir vorher etwas von den Racing Rocks, also den sich wie von Geisterhand selbst bewegenden Felsbrocken gelesen hätten, dann wäre unsere Reiseplanung an dieser Stelle sicher etwas anders verlaufen und wir wären dort nach links abgebogen, um über die Saline Valley Road bis zum Racetrack Valley zu fahren. Denn, was sind denn bitte diese Racing Rocks, die auf einem ausgetrocknetem Seebett deutliche, teilweise fast bis zu einem Kilometer lange Bewegungsspuren hinterlassen?!? Man hat ja im Laufe eines Lebens schon viel gehört, gelesen und gesehen, aber das war uns beiden vorher noch völlig unbekannt. Auch wenn die Ursache für diese Felsbewegungen in manchen Theorien mit einer glatten Oberfläche und orkanartigem Wind einen simplen Hintergrund haben soll, so ist dieses Phänomen aufgrund mangelnder Beobachtungseinrichtungen des unter Naturschutz stehenden Gebietes bis heute nicht eindeutig geklärt. Und das macht die Geschichte ja automatisch nochmal um einiges interessanter. Anschließend hätten wir noch in Richtung Nordosten zum Ubehebe Krater fahren können, um dann letztlich in Richtung Südosten bei unserer nächsten Unterkunft anzukommen. Aber wir hatten halt weder von diesen Sachen vorher etwas gewusst noch die mindestens 3 Stunden Zeit zusätzlich gehabt und sind deshalb nicht nach links abgebogen sondern geradeaus weitergefahren.
Von dort waren es keine 10 Kilometer mehr bis zum ersten Aussichtspunkt, dem Father Crowley Point. Wenn man da noch den etwa 900 Meter langen Offroad-Parcour bis zum Ende fährt, was mit unserem Geländewagen kein Problem war, hat man eine sehr schöne Sicht ins zum Death Valley benachbarten Panamint Valley, ebenso sieht man schon mal die Strecke, die man als nächstes befahren wird und bekommt einen kleinen Eindruck, was einen ungefähr so erwartet.
Den Namen hat das Tal des Todes wohl zu Goldgräberzeiten im Jahr 1849 von einer Frau erhalten, die sich beim Verlassen des Tals umdrehte und dabei sagte: "Good bye, Death Valley". Zuvor hatte sie sich mit ihrer Gruppe, beim Versuch eine Abkürzung durch die Wüste zu nehmen, wochenlang im Valley verirrt, und als die Gruppe schließlich über einen Pass einen Ausweg fand, ließ sie eine andere Goldgräber-Gruppe, mit der sie zusammen im Valley war, zurück.
Auch wenn nicht nach nachgewiesen werden konnte, dass jemand bei dieser Taldurchquerung tatsächlich umgekommen ist, so sterben aufgrund der sehr hohen Temperaturen (über 50 °C im Schatten), die dort oft herrschen, immer wieder Menschen durch Verdursten, insbesondere dann, wenn sie sich abseits der üblichen Touristenpfade bewegen und dann einen technischen Defekt haben..
Einer der aus deutscher Sicht sicherlich spektakulärsten Fälle war das Verschwinden einer 4-köpfigen Familie aus Dresden, deren Spur sich am 22. Juli 1996 im Death Valley verlor. Nachdem die Familie nicht wie erwartet wieder in Deutschland ankam, suchte man schließlich vergebens nach ihnen. Das letzte Lebenszeichen, was man von ihnen fand, war der Logbuch-Eintrag "Wir überqueren den Pass" in einem verlassenen Bergbau-Camp im Südwesten des Death Valley's. Ca. 3 Monate später entdeckte ein Park-Ranger aus seinem Hubschrauber den Mietwagen - einen grünen Plymouth -  der Familie. Er hatte 3 zerfetzte Reifen und der 4. war von der Felge gesprungen. Ein erneuter Suchtrupp aus 4 Hubschraubern bestehend brachte aber wiederum keine weitere Spur der Vermissten. Am 13. November 2009, also über 13 Jahre später, fanden Wanderer in einer Entfernung von etwa 6 Kilometern zum Plymouth menschliche Knochen und einen deutschen Ausweis. Die Untersuchungen der US-Behörden ergaben dann, dass es sich dabei um die Familie aus Dresden handelt.
Wir fuhren weiter und kurze Zeit später kam ein Schild, dass man die Klimaanlage für die nächsten 10 Meilen abschalten soll, denn bei den heißen Temperaturen könnte es sonst passieren, dass bei dem dort bevorstehenden Anstieg von 500 Meter auf 1500 Meter der Motor durch diese zusätzliche Belastung überhitzt. Obwohl es an dem Tag nicht sooo heiß gewesen ist, es war ja schließlich auch kein Hochsommer mehr, und ich davon überzeugt war, dass es unserem Auto nichts ausmachen würde, habe ich die Klimaanlage trotzdem abgeschaltet. Die 10 Meilen waren dann auch schneller durchfahren als sich der Innenraum des Autos wieder aufheizen konnte. Nach dieser Steigung ging es die restlichen 70 Kilometer mehr oder weniger nur noch bergab und wir kamen um etwa 15:30 Uhr auf einer Höhe von -57 Metern an unserer letzten vorgebuchten Unterkunft, der Furnace Creek Ranch an.
Das Einchecken war wieder schnell erledigt und unser Zimmer war mit WiFi-Empfang und vorhandenem Kühlschrank auch völlig okay. WiFi hat allerdings 8,- Euro extra gekostet.
Wir haben uns dann erst etwas ausgeruht und sind gegen Abend nochmal losgefahren, um uns die beiden Viewpoints Zabriskie und Dantes View anzugucken, denn einerseits hat man morgens und abends die beste Sicht und andererseits wollten wir am nächsten Tag mitten durchs Valley über Badwater weiterfahren und wären an diesen Punkten dann nicht mehr vorbeigekommen.
Um kurz vor 17:00 Uhr sind wir losgefahren und aus uns unbekannten Gründen hat uns unser Navi erst mal zu dem knapp 2 Kilometer entfernten Furnace Creek Airport in die falsche Richtung gelotst. Kurz danach waren wir dann aber am von der Ranch nur etwa 8 Kilometer entfernten Zabriskie Point. Dort sieht man bizarre Erosionslandschaften und die in der Sonne gelb leuchtenden Gesteinsformationen sind Ablagerungen des ehemaligen Furnace Creek Lakes, der vor ca. 5 Millionen Jahren ausgetrocknet ist.
Das Schöne am Zabriskie Point ist, dass man hier sowohl am frühen Vormittag als auch am späten Nachmittag eine tolle Sicht hat. Das linke Foto ist um 17:03 Uhr und das rechte um 08:22 Uhr aufgenommen.
Die Bilder sehen im Prinzip fast identisch aus, nur dass die Schatten der kleinen versteinerten Sanddünen einmal auf der linken und einmal auf der rechten Seite sind.
Da ich in einem Reisebericht vorher gelesen hatte, dass man gegen Abend am Dantes Viewpoint die beste Sicht haben soll, sind wir auch noch zu diesem 33 Kilometer weiter entfernten und knapp 1700 Meter hohen Dantes Peak gefahren.
Von dort aus sieht man auf die direkt darunter liegende Salzpfanne von Badwater und das ganze Valley. Bei klarer Sicht kann man sogar den 4418 Meter hohen Mount Whitney in der Ferne erkennen. Die Besonderheit ist, dass man dabei mit dem Badwater Basin, das eine Höhe von 85 Meter unter dem Meeresspiegel hat und dem Mt. Whitney sowohl den tiefsten als auch den höchsten Punkt der USA gleichzeitig sehen kann.
Ich bin dort vom Parkplatz aus noch ca. eine halbe Stunde die Hügelkuppe entlang gelaufen und habe versucht in die eine oder andere Richtung ein schönes Motiv zu bekommen, aber leider hat sich die Aussage in dem Reisebericht für meinen Geschmack nicht bewahrheitet, denn man hat am Dantes View gegen Abend hin eigentlich eher mit Gegenlicht zu kämpfen.

Sonntag, 18.09.2011 - 10. Tag - Death Valley - Las Vegas - Valley of Fire State Park

Aus diesem Grund haben wir beschlossen am nächsten Morgen nochmal über den Highway 190 und die Dantes View Road zu fahren und Fotos zu machen. Das rechte Foto vom Zabriskie Point ist dabei auch entstanden.
Die Bilder vom Dantes Peak aus haben zwar nicht genau den gleichen Blickwinkel, aber ich denke man kann den Unterschied trotzdem ganz gut erkennen. Die linke Bild ist um 17:59 Uhr und das rechte um 08:58 Uhr entstanden.
Anschließend ging es die 39 Kilometer fast wieder bis zur Furnace Creek Ranch zurück, um dann kurz vorher links abzubiegen und über den Highway 178 bzw. die Badwater Road zu fahren. Wir hätten natürlich auch an der Kreuzung von der Dantes View Road und Highway 190 nach rechts abbiegen können, wodurch sich unsere längste Tagestour auf dieser Reise von 554 auf 494 Kilometer verkürzt hätte, aber dann wären wir nicht mitten durchs Valley gefahren, wo es ja auch noch ein paar Highlights gibt.
Das erste davon auf dieser Strecke war der Artist Drive, einer 14 Kilometer langen Einbahnstraße durch die Black Mountains, wobei Ein- und Ausfahrt auf die Badwater Road münden. Vom Abzweig am Highway 190 passierten wir nach knapp 8 Kilometern zuerst die Ausfahrt und bogen dann weitere 6 Kilometer dahinter nach links auf den Artist Drive. Diese Strecke sollte man auf jeden Fall lang fahren, denn durch Oxidation, der dort in den Felsen enthaltenen Metalle, kommen dort viele verschiedene Farben vor, die zu dem sonst eher kargen Tal eine gute Abwechslung bilden. Abgesehen von einem stehenden Auto auf halbem Weg, wo gerade 2 Mädels Fotos machten, waren wir dort alleine (siehe auch unter Videos). Knapp 20 Minuten später standen wir dann wieder an der Badwater Road.
Von dort waren es 18 Kilometer bis zum Badwater Basin, dem mit 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel wie erwähnt tiefsten Punkt der USA bzw. Nordamerikas auf dem Festland. Mein GPS Gerät hat sogar minus 95 Meter angezeigt. Da die Verdunstungsrate dort extrem groß ist, bleibt von den durchaus teilweise heftigen Niederschlägen nie lange etwas übrig, so dass man in der Trockenheit nur die sechseckigen Salzkristallstrukturen sieht. Durch den hohen Salzgehalt ist das Wasser zudem ungenießbar, daher auch der Name Badwater.
Ela war es etwas zu heiß um ein Stück in die Senke reinzulaufen, so bin ich ca. einen Kilometer alleine in die Salzpfanne hinein gegangen. Wobei von alleine kann eigentlich nicht die Rede sein, denn diese Stelle war ganz gut besucht, am Parkplatz standen etwa 30 Autos und dementsprechend war halt auch eine gewisse Anzahl an Personen unterwegs. Voll war es aber keinesfalls und je weiter ich mich von der Straße entfernt habe, desto leerer wurde es.
Auf dem Foto, was ich wieder auf dem Rückweg gemacht habe, sieht man an der Felskante den Bereich wo in etwa der Dantes Peak liegt, und von wo ich 98 Minuten vorher das rechte Bild oben aufnahm.
Die Fahrt ging in südliche Richtung weiter, einmal stand ein ziemlich durstig aussehender Fuchs am Straßenrand und das war's im Prinzip auch schon mit dem Death Valley. Landschaftliche Höhepunkte gab es dort nicht mehr groß und gegen 12:00 Uhr waren wir am Ende des National Park Gebiets und bogen recht ab auf Highway 127. Um ca.14:00 Uhr waren wir am Highway 15 kurz vor Las Vegas. Da wir am Ende unserer Reise noch 3 Tage für Las Vegas geplant hatten, wollten wir eigentlich über den Highway 15 nur durch Las Vegas durchfahren, aber ich war auf der falschen Spur und bevor wir und die Navi den Fehler gemerkt haben, waren wir auch schon wieder abgefahren. War aber nicht weiter schlimm, wir haben halt einen kleinen Schlenker gemacht und waren 4 Kilometer dahinter wieder auf dem richtigen Kurs. Etwas später mussten wir dann auf Highway 169 abfahren und waren um kurz vor 15:00 Uhr am westlichen Eingang des Valley of Fire Stateparks.
Unser erster Anlaufpunkt dort waren die White Domes am Ende der Straße, wo auch der Parkplatz ist und wo auch der kleine knapp 2 Kilometer lange Loop-Trail anfängt. Diesen sind wir dann lang gelaufen bzw. nach der anfänglichen kleinen Steigung, ging es Ela dann zu steil bergab, so dass sie umkehrte und ich alleine weiterging. Na ja, außer dem Wandern, was auch eher nur mir meistens Spaß macht, hat sie nicht viel versäumt. Am Schönsten auf diesem Rundkurs fand ich den quasi schon am Scheitelpunkt liegenden kleinen Slot-Canyon.
Der ist aber so kurz, dass man im Nu wieder draußen ist. Auf der anderen Seite lief ich zurück, die Steigung war hier insgesamt wesentlich flacher, so dass der Weg in dieser Richtung auch mit einer weniger guten Kondition leicht zu schaffen ist.
Menschen waren hier keine weiter, nur ein Pärchen stand etwas weiter vorne und bat mich dann ein Foto zu machen. Kurz danach war ich auch schon wieder am Ende des Trails 250 Meter unterhalb vom Parkplatz an der Scenic-Road.
Nachdem Ela kurz gestaunt hat, warum ich denn von hinten zum Auto zurückkam, obwohl der Eingang ja davor war, sind wir die 1,5 Kilometer den Bogen des Scenic-Drives entlang zurückgefahren, parkten dort in der Bucht und liefen die 300 Meter an der Straße weiter, um dann nach links noch 900 Meter querfeldein bis zur Fire Wave zu laufen. Als Geheimtipp kann man die Wave zwar nicht mehr bezeichnen, an der Straße stehen auch schon Wegweiser, aber trotzdem kamen uns nur ein paar wenige Leutchen entgegen, und ansonsten war außer einem anderen deutschen Pärchen niemand dort. Es war 16:15 Uhr und das Licht war sehr gut, aber um die Welle, also den mit weißen Streifen durchzogenen, feuerroten Sandstein, in einem noch schöneren leuchtenden Abendrot zu sehen, hätten wir wohl noch mindestens ein bis zwei Stunden warten müssen.
Da wir aber keine Unterkunft mehr vorgebucht hatten und auch noch knapp 100 Kilometer bis zu unserer nächsten geplanten Übernachtung in der Stadt Mesquite zu fahren waren, blieben wir nur 20 Minuten dort, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Zurück am Highway 169 angekommen, wurde noch kurz die Seven Sisters Felsformation von mir digitalisiert und etwas später waren wir wieder auf dem Highway 15 in Richtung Nordosten unterwegs.
Es gibt im Valley of Fire State Park sicherlich auch noch viel mehr zu sehen, wie z.B. weitere einzigartige Felsformationen (Elephant Rock etc.) oder Arch-Rocks, aber man muss sich halt vorher entscheiden, ob man bei dem vorgegeben Zeitlimit eine größere Rundreise macht und dafür aber in die einzelnen Highlights - oder was man eben sonst gerade besucht - sozusagen mehr oder weniger nur reinschnuppert, oder ob man sich auf kleinere Bereiche konzentriert und die dann aber ausgiebig erkundet. Wir haben uns bisher oft für die erste Variante entschieden, und so wissen wir z.B. durch unsere Karibik Kreuzfahrt im März 2010, wo wir für jeweils nur einen Tag 8 verschiedene Inseln besucht haben, dass wir durchaus auf Inseln wie Dominica oder St. Lucia auch mal einen 2 wöchigen Urlaub machen würden, uns aber die Niederländischen Antillen (auch ABC-Inseln genannt) eher weniger interessieren.
Um kurz nach 18:00 Uhr erreichten wir unser letztes Tages-Etappenziel und Ela fragte im Falcon Ridge Hotel nach einem Zimmer. Für 79,- Dollar bekamen wir in der obersten Etage eine große Suite mit allem was uns wichtig ist. Mit dem Preis war dieses Hotel das günstige auf unserer Reise (Motels ausgenommen) und bot mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist sicherlich ausschließlich in der Lage begründet, und damit meine ich nicht, dass das Hotel etwas abseits vom Stadtzentrum liegt, sondern eher das es keine National Parks in der unmittelbaren Umgebung gibt.
Abends waren wir beim Mexikaner in der Stadt essen und auf dem Rückweg kauften wir noch Getränke bei Walmart.
Ela wollte dann schon mal über booking.com oder tripadvisor.de mit dem Netbook das nächste Hotel vorbuchen, aber am Zion NP, der unser Ziel am nächsten Tag war, schien nichts mehr frei zu sein.

Montag, 19.09.2011 - 11. Tag - Mesquite - Springdale / Zion NP

Das Frühstück war mit Rührei und Würstchen auf jeden Fall das Auswahlreichste, was wir auf dieser Reise in einem Hotel angeboten bekamen und passte somit sehr gut zu dem sonstigen positiven Eindruck dieses Hotels. Das Falcon Ridge können wir uneingeschränkt weiterempfehlen.
Da wir nur ca. 130 Kilometer bis nach Springdale beim Zion NP zu fahren hatten, sind wir erst gegen 10:00 Uhr losgefahren. Nach knapp 2 Stunden waren wir dort und Ela fragte in verschiedenen Hotels wie dem Harvest House B & B oder dem Zion Canyon B & B nach einem Zimmer, aber wie wir es vorher schon im Internet sahen, war alles ausgebucht. Wir waren dann fast am Ende von Springdale und haben eigentlich nur noch eine günstige Gelegenheit zum Wenden gesucht, um bei anderen Hotels mehr am Anfang der Stadt nachzufragen, aber da sahen wir noch die Cliffrose Lodge. Und siehe da, wir bekamen das letzte Zimmer. :-) Zwar war es mit über 190,- Dollar für die Nacht kein Schnäppchen - liegt halt nahe am Park - aber dafür hatten wir einen Superview vom Balkon aus auf die Felsen und außerdem hatten wir auch keine Lust weiter zu suchen.
Kurz nachdem wir die Koffer ins Zimmer stellten, hab' ich noch ein Foto von der Straße aus gemacht. Auf dem Schild vom Hotel stand tatsächlich auch schon "No Vacancy". Das war also in letzter Sekunde und wir beschlossen danach dann doch lieber immer schon eine Unterkunft für die jeweiligen nächsten Tage vorzubuchen.
Nach 1,5 Stunden auf dem Balkon sitzen und den schönen Ausblick genießen, wollten wir dann in den Zion National Park. Da jährlich mehr als 2,5 Millionen Menschen den Park besuchen und dort dadurch in den Sommermonaten täglich um die 5000 Autos verkehrten, hat man den Park von Anfang April - Ende Oktober für Privatfahrzeuge gesperrt und 2 für Parkbesucher kostenlose Shuttle-Linien eingerichtet. Die eine fährt mit 21 Bussen innerhalb des Parks und hält dort an 8 Stopps, die andere fährt durch Springdale und hat 6 Stopps.
Wir wußten nicht wie weit es noch bis zum Parkeingang ist, wo man dann zwischen den Linien umsteigen muss und warteten deshalb an der Haltestelle direkt vor unserer Lodge. Der Bus kam auch eine Minute später und kaum das wir uns gesetzt hatten, war nach etwa 200 Metern den kleinen Hang hinunter auch schon die Endstation erreicht. Na da kamen wir uns ja etwas blöd vor. .o)
Nach Umstieg in einen der "inneren" Shuttlebusse, die dort von frühmorgens bis spätabends im 7-Minuten-Takt unterwegs sind, fuhren wir bis zur Endstation (Temple of Sinawava), denn Ela hatte für uns den Riverside Walk bis zu den Zion Narrows ausgesucht. Dort angekommen liefen wir den asphaltierten etwa 2 Kilometer langen Weg am Fluss entlang, um schließlich an der Stelle zu stehen, wo man nur noch durchs Wasser watend weiterkommt.
Durch den schon relativ tiefen Sonnenstand um kurz vor 17:00 Uhr und die bis auf wenige Meter zusammengerückten, bis zu 600 Meter hohen Sandsteinfelsen ist es dort schon entsprechend dunkel. Einige Wanderer gingen noch weiter, andere kamen uns entgegen. Hinter jeder Biegung sollen sich wohl neue schöne Ausblicke ergeben. Wir können es nicht beurteilen, denn wir sind den auch um diese Zeit noch ziemlich gut besuchten Trail wieder zurückgegangen. Für meinen Geschmack war es für diese Wanderung aufgrund der Lichtverhältnisse schon etwas zu spät, aber auch sonst fand ich den Trail eher was für Rentner und der geringe Schwierigkeitsgrad spiegelte sich deshalb auch in der Anzahl der Personen wieder.
Wir sind auf der Rückfahrt nochmal an der Haltestelle "The Great White Throne" ausgestiegen, und ich hab' noch ein paar Fotos gemacht bevor wir mit dem nächsten Shuttle zurückgefahren sind. Im Bus dachte ich dann schon: "Das kann doch jetzt noch nicht alles vom Zion NP gewesen sein." Ich war einfach irgendwie unbefriedigt. Deshalb habe ich abends im Hotel nochmal alles was wir an Info-Material hatten durchgeblättert. Mit dem was vorher schon teilweise gelesen hatte, stand für mich fest, was ich am nächsten Morgen machen würde, und ich sagte zu Ela: "Ich werde morgen früh die Angels Landing Wanderung machen." Und sie erwiderte: "Okay". Für Ela wäre diese Wanderung zu schwierig geworden, deshalb fand sie es gut, dass sie dann den ganzen Vormittag für sich hat und relaxen kann.
Abends waren wir beim thailändischen Restaurant Thai Sapa schräg gegenüber von unserer Lodge essen.

Dienstag, 20.09.2011 - 12. Tag - Zion NP / Springdale - Panguitsch

Um vor 6:00 Uhr bin ich aufgestanden und freute mich schon auf meine Tour, war aber auch etwas aufgeregt.
Was ist dieses Angels Landing überhaupt? Na ja, im Internet hatte ich was von ziemlich anstrengend, sehr steil besonders zum Schluss hin, Höhenangst, und dass man am Ende mit einem tollen Ausblick belohnt wird, gelesen. Die Bilder sahen vielversprechend aus. Und der Name lässt ja auch schon vermuten, dass es was Tolles sein muss. Aber davon was mich wirklich genau erwarten wird, hatte ich keine Ahnung.
Ela legte sich wieder ins Bett, ich brachte schon mal die Koffer ins Auto und machte mich auf den Weg. Ich lief das kurze Stück zum Eingang des Parks, am Tickethäuschen war noch niemand und an der Bushaltestelle wartete ein etwas älterer Mann. Er wollte wohl zum Hidden Canyon und hoffte auf eine lange Wanderung. Es kam noch ein jüngeres Pärchen und dann fuhr der Shuttle-Bus auch schon los. Ich stieg als einziger an der Haltestelle "The Grotto" aus und habe mich erst mal umgesehen und orientiert. Es war auf jeden Fall niemand anders zu sehen und das fand ich schon mal gut. Okay, es war ja auch erst 7:30 Uhr. Ich ging zuerst über die Brücke vom Virgin River und dann den leicht ansteigenden Trail parallel zum Fluss entlang. Schön zu sehen ist dabei schon mal der Gipfel von Angels Landing.
Der ganze untere Teil ist eigentlich ziemlich leicht zu besteigen, und ich brauchte mich nicht groß anstrengen um voranzukommen. Als die Serpentinen des unteren Teils hinter mir lagen, sah ich unten am Anfang des Trails bereits die nächsten Wanderer kommen. Es ging weiter durch den Refrigerator Canyon, der auch tagsüber viel Schatten spendet und es daher dort immer schon kühl ist. Für mich war das nebensächlich, denn um diese Uhrzeit war alles noch refrigerator-mäßig und ich war froh die Fließjacke an zu haben. Es dauerte dann nicht mehr lange bis mir der schwierigere Teil der Wanderung bevor stand, nämlich die sogenannten Walter's Wiggles. Das sind 21 steile und jeweils relativ kurze Serpentinen, die nur aus natürlichen Materialien gebaut sind. Benannt sind sie nach Walter Reuschel, dem ersten Leiter des Zion NPs, der 1925 den Wunsch hatte, dass er und die Öffentlichkeit den Park auch von oben sehen können. Außer, dass sie aufgrund der Steilheit, wodurch man aber auch einen großen Höhenunterschied bewältigt, ziemlich anstrengend sind, gibt es aber keinen Grund dort nicht hochzulaufen. Nachdem man diese Serpentinen überwunden hat, fängt dann nämlich der spektakulärste Teil des Trails an. Man erreicht den Scout Lookout, ein Plateau, von wo man schon mal eine gute Aussicht hat.
Und wer keine Höhenangst hat, kann dann noch über den schmalen Felsgrat bis zum Landeplatz der Engel gehen.
Am Felsgrat sind an einigen Stellen Ketten befestigt an denen man sich festhalten kann oder besser gesagt muss, denn links und rechts geht es mehrere hundert Meter in die Tiefe. Bei dem linken Foto könnte man eigentlich denken, dass die, die da rübergehen, wahnsinnig sein müssen, aber ehrlichgesagt sieht das auf dem Bild schlimmer oder gefährlicher aus, als es in Wirklichkeit ist. Ich hatte da jedenfalls ganz normale Turnschuhe an und auch die Spiegelreflexkamera auf der gesamten Wanderung um den Hals.
Wenn man den Grat dann bezwungen hat, sieht es von der anderen Seite so wie auf dem nächsten Bild aus.
Und jetzt waren es nur noch wenige Meter, die ich gehen musste, um schließlich auf dem Platz zu stehen, bei dem man sich früher nicht vorstellen konnte, dass man ihn ohne Flügel erreichen kann und deshalb Angels Landing nannte. Von dort hat man wirklich eine super schöne Aussicht in den Zion Canyon.
Vor mir war nur eine Frau aus Erfurt und ein Mann, der mich im letzten Stück überholt hat, auf dem Plateau, so dass wir anfangs zu dritt dort oben saßen. Mit der Erfurterin habe ich mich ca. eine 3/4 Stunde unterhalten, und wir haben darauf gewartet, dass die Sonne weiter steigt und die Lichtverhältnisse für die Fotos noch besser werden. Sie musste dann gehen, denn ihr Mann passte auf die Kinder im Hotel auf und wollte nachmittags selber noch diese Wanderung machen. Inzwischen füllte es sich zusehends, und es waren ungefähr schon 10 - 15 Leute auf dem Plateau. Ich ging dann auch kurz danach, denn Ela wartete in dem Restaurant bei unserer Lodge und wir wollten ja noch weiter fahren in Richtung Bryce Canyon. Beim Abstieg war nun schon ein reger "Gegenverkehr" und man musste sich auf dem schmalen Grad etwas arrangieren, wer wann geht, aber es war alles noch in einem vertretbaren Rahmen.
Der weitere Abstieg war problemlos und ich war bald wieder an den Serpentinen im unteren Drittel des Trails.
Ein jüngerer Mann kam etwas später auf mich zu und fragte mich: "Is it possible that you have lost 20 Dollars?" und hielt mir einen 20,- Dollar-Schein hin. Ich griff in meine Hosentasche und es war tatsächlich meiner. Ich hatte ihn wohl beim Herausholen des Objektivdeckels aus der Tasche verloren. Ich sagte also nur kurz: "Yes, thank you" und nahm den Schein. Kurz darauf sagte seine Begleiterin ein Stück weiter unten auf Deutsch zu ihm: "Wer würde nicht ja sagen, wenn einen jemand fragt, ob man 20 Dollar verloren hat." Darauf hab ich nur gelacht und meinte auch auf Deutsch: "Es war aber wirklich meiner".
Um kurz nach 12:00 Uhr stand ich wieder an der Haltestelle vom Shuttle-Bus, nur dass ich dann diese tolle Wanderung hinter mir hatte.
Für diejenigen, die körperlich halbwegs fit sind, keine Höhenangst haben, gerne wandern und etwas Abenteuerlust haben, ist diese Tour ein absolutes Muss.
Gegen 13:00 Uhr verließ ich den Zion NP und traf Ela kurz danach wie verabredet im Cafe Soleil neben der Cliffrose Lodge. Etwas später machten wir uns auf den Weg in Richtung Bryce Canyon. Die Fahrt ging zuerst wieder ein Stück in den Zion NP hinein, also da wo auch die Shuttle-Busse fahren, und dann nach Osten über den Highway 9. Gleich hinter dem Tunnel ist der Parkplatz für die Wanderer, die den Canyon Overlook Trail lang gehen wollen. Dort kann man wohl von oben auf den Pine Creek Slot Canyon gucken und es gibt auf dem insgesamt etwa 1,6 Kilometer langen, leicht zu bewältigenden Rundweg viele Gesteinssäulen - auch Hoodoos genannt - zu sehen. Da man aber letztere zur Genüge am Bryce Canyon sehen kann, dort laut Internet leider schon alle Unterkünfte ausgebucht waren, und wir es aber trotzdem gerne versuchen wollten dort ein Hotel zu bekommen, hatten wir diese zusätzlichen 1-1,5 Stunden nicht übrig und fuhren weiter. Vom Tunnel aus waren es 30 Kilometer bis zum Highway 89 auf dem unsere Strecke weitere 70 Kilometer nordöstlich verlief, und wir dann die letzten 25 Kilometer wieder in Richtung Osten bis kurz vor den Eingang des Bryce Canyon National Parks fuhren. Wie aber im Prinzip schon erwartet war weder in z.B. der Bryce View Lodge noch sonst irgendwo in dem Bereich dort ein Hotel o.ä. zu bekommen.
So blieb uns nichts anderes übrig als die Straße, über die wir gekommen waren, wieder ein ganzes Stück zurückzufahren, um schließlich im Örtchen Panguitch zu landen. Nach ein wenig Fragen in 2, 3 Hotels fanden wir mit dem Motel Marianna Inn unsere Unterkunft für die nächste Nacht. Wir hatten ein ganz einfaches Zimmer, aber immerhin mit Free-WiFi im Raum. Mit 55,- Euro pro Tag war es zwar auch unsere zweit billigste Unterkunft, das Preis-Leistungs-Verhältnis war aber im Vergleich zum Falcon Ridge Hotel, wo wir 2 Tage vorher waren, deutlich schlechter.
Um 17:00 Uhr waren wir im gegenüberliegenden Restaurant M Flying essen.

Mittwoch, 21.09.2011 - 13. Tag - Panguitch - Bryce Canyon NP - Torrey / Capitol Reef

Früh um 7:00 Uhr sind wir losgefahren, tankten bei Chevron in Panguitch und waren nach knapp 40 Kilometern am Eingang des Bryce Canyon NPs, wo wir ja auch am Vortag schon fast waren. Als erstes fuhren wir den 30 Kilometer langen Scenic Drive bis zum südlichen Ende und haben dabei an allen Viewpoints einen Stopp eingelegt, die Natur bewundert und Fotos gemacht.
Man hat im Prinzip an allen Viewpoints eine sehr schöne Aussicht, aber mir hat bis dahin die Natural Bridge und der Agua Canyon Overlook am besten gefallen. Besonders frühmorgens leuchten die Felsen noch schön rot.
Die Natural Bridge ist geologisch gesehen aufgrund ihrer Entstehung eigentlich ein Arch, also ein Bogen, aber das ändert nichts daran, dass diese Felsformation mit dem durch die Öffnung zu sehenden dunkelgrünen Wald dahinter einen schönen Kontrast bildet.
Auf dem Rückweg vom südlichsten Punkt, dem Yovimpa Point haben wir nochmal an den meisten Viewpoints angehalten, aber die Lichtverhältnisse ergaben kein besseres Bild mehr.
Unser nächster Halt war dann am Bryce Point, und wenn ein Aussichtspunkt den gleichen Namen hat wie der gesamte Park, dann denkt man automatisch schon, dass einen da wohl auch ein besonderes Highlight erwartet. Und so war es natürlich auch. Vom Bryce Point hat man eine wunderbare Aussicht auf unzählige Hoodoos, also die bis zu 60 Meter hohen Felsnadeln, die dem Auge eine tolle Farbenpracht in warmen Rot-, Ocker, und Beigetönen liefern und dort im Laufe der letzten 13 Millionen Jahre durch Erosion entstanden sind.
An diesem Viewpoint war es deshalb auch entsprechend voll und da sich eine große französische Gruppe leider immer viel und lautstark unterhalten musste, herrschte auch ein etwas störender Geräuschpegel.
Von dort beginnt der insgesamt 9 Kilometer lange Rim Trail auf dem man am Canyonrand entlang bis zum Fairyland Point wandern kann. Da der Weg eigentlich ohne große körperliche Anstrengung leicht zu bewältigen ist, hätte Ela ihn auch gut gehen können, aber längere Wanderungen sind seit einiger Zeit nicht mehr so ihr Ding und außerdem stand ja auch unser Auto am Bryce Point. Wir machten also aus, uns am Sunset Point, dem übernächsten Viewpoint auf diesem Trail, wieder zu treffen. Sie stieg ins Auto und fuhr los und ich rannte noch kurz hinterher, denn das GPS-Gerät, das ich für die Track-Aufzeichnung gerne dabei gehabt hätte, war noch im Wagen. Aber sieh sah mich nicht und bog schon an der Kreuzung ab.
Ich ging nochmal kurz auf das umzäunte Plateau am Bryce Point, wo es inzwischen wesentlich leerer war, und filmte etwas mit dem Camcorder. Anschließend lief ich dann auf dem Trail und nachdem die französische Gruppe überholt war, hatte ich wieder Ruhe und es waren auch nur relativ wenig andere Leute unterwegs. Was soll man sonst noch groß sagen, die Aussicht war einfach mal wieder fantastisch.
Man umläuft praktisch das ganze, sogenannte Amphitheater und dabei ergeben sich fast überall schöne Fotomotive. Auf dieser Strecke habe ich alleine schon über 70 Fotos gemacht. Danke digitale Fotografie. :-) Wenn man nicht viel Zeit hat, dann sollte man auf jeden Fall wenigstens diesen Trail laufen, so bekommt man quasi im Schnelldurchlauf einen ganz guten Eindruck vom Bryce Canyon. Erstaunlicherweise haben das zumindest an diesem Tag nicht so viele Leute gemacht, denn voll war es nur an den Viewpoints, die mit dem Auto erreichbar sind, auf den Wegen dazwischen sah es oft so aus wie auf dem linken Foto.
Etwas über eine Stunde später traf ich Ela wie verabredet am Sunset Point wieder, wo wir dann noch einen Moment blieben. Von dort sieht man den Navajo Trail, der in den Canyon hineinführt. Den wäre ich auch gerne noch gelaufen, denn wenn man zwischen den einzelnen Hoodoos steht, ergibt sich eine ganz andere Perspektive, aber die Zeit hat das mal wieder nicht zugelassen. Diesmal hatten wir nämlich vorsorglich wieder ein Hotel vorgebucht und somit noch knapp 200 Kilometer bis zum Capitol Reef zu fahren. Außerdem gab es keine freie Unterkunft in der Nähe des Bryce Canyon.
Im Nachhinein kann ich schon mal sagen, dass die Zeit für den Zion NP und auch den Bryce Canyon mit je einem Tag viel zu knapp bemessen war. Da hätte ich lieber einen Tag Aufenthalt in Las Vegas gestrichen und hier untergebracht, aber hinterher ist man ja oft schlauer.
Um 12:00 Uhr waren wir in der Bryce Canyon Lodge essen und sind anschließend weitergefahren, also bis zum Highway 12 zurück und über diesen dann in Richtung Nordosten bis nach Torrey, wo wir im Hotel Best Western Capitol Reef ein Zimmer reserviert hatten. Da wir noch etwas vor der regulären Check-In Zeit ab 16:00 Uhr da waren und unser Raum noch nicht fertig war, gingen wir noch kurz etwas in einem kleinen mexikanischen Restaurant trinken. Nach dem Einchecken und einer kleinen Pause sind wir dann einmal den Scenic Drive im Capitol Reef National Park hin und her gefahren. Uns hat das dort aber nicht so besonders gefallen, evt. hatten wir vorher schon wieder zu viele schönere Sachen gesehen, oder wir sind möglicherweise an den richtigen Highlights vorbeigefahren. Dass dieser Park keinen Eintritt kostet, sagt ja aber auch schon etwas aus. Nach einer guten Stunde und 52 zurückgelegten Kilometern waren wir wieder am Hotel.
Abends haben wir uns im Restaurant The Rim Rock Patio gegenüber vom Hotel noch eine super leckere Pizza genehmigt. Die war mit einem Durchmesser von 16 Zoll allerdings so groß, dass wir beide nur je die Hälfte geschafft haben.

Donnerstag, 22.09.2011 - 14. Tag - Torrey / Capitol Reef - Arches NP  / Moab

Wie meist ging die Fahrt relativ früh los, so dass wir nach knapp 3 Stunden und einer Strecke von 240 Kilometern über die Highways 24, 79 und 191 in Richtung Osten um 11:15 Uhr am Eingangsschild des Arches National Parks standen.
Dieser Park hat mit über 2000 Arches die weltweit größte Konzentration an natürlichen Steinbögen. Sie sind im Gegensatz zu Bridges nicht durch fließendes Wasser entstanden, sondern durch Erosion und Verwitterung.
Nach etwa 15 Kilometern, also relativ zentral im Park und kurz vor dem Abzweig zur Window Section, gelangten wir zu einer der spektakulärsten Felsformationen im Park, nämlich dem Überbleibsel eines solchen Arches, der jetzt als Balanced Rock bezeichnet wird.
Bei diesem Felsdom, wo der 17 Meter hohe und über 3,5 Tonnen schwere obere Teil (Ham Rock) auf dem 22 Meter hohen Basissockel aus Sandstein leicht versetzt zu stehen scheint, kann man von manchen Perspektiven den Eindruck bekommen, dass sich der Felsen scheinbar der Schwerkraft entzieht und wie von Geisterhand gehalten wird.
Nach weiteren 14 Kilometern in nördlicher Richtung kamen wir am Parkplatz vom Devils Garden Trail an. Im Bereich dieses Trails stehen alleine schon ca. 60 Bögen, weshalb er sehr beliebt und zumindest bis zum Landscape Arch auch gut besucht ist. Nach einer Wanderung von einer knappen halben Stunde und 1,6 Kilometern erreichten wir den berühmten Landscape Arch. Dieser Bogen hat eine Gesamtlänge von über 100 Metern und der Durchbruch beträgt alleine 93 Meter. Der dünne Bogen wirkt bei dieser Länge recht filigran und tatsächlich ist 1991 auch ein großer Brocken des rechten Teils herausgebrochen, woraufhin der Arch eingezäunt wurde und das Durchwandern somit nicht mehr möglich war. Das beste Fotolicht hat man deshalb am Vormittag, danach steht die Sonne fast hinter dem Bogen.
Die Aufnahmezeit von diesem Foto war um 12:28 Uhr und damit gerade noch so, dass keine Reflexionen von Sonnenstrahlen auftraten.
Ich wollte den Trail noch etwas weiter gehen und da man nach dem Landscape Arch erst mal etwas klettern musste, entschied sich Ela dafür wieder zum Auto zurückzugehen.
Nach der kleinen Klettereinlage sah der Weg wieder sehr leicht zu begehen aus, trotzdem waren ab dem Punkt im Verhältnis zu vorher nur noch vereinzelte und relativ wenige Leute unterwegs. Ich ging den einen Felsvorsprung bis zur Kante zurück und machte ein Foto nach unten in Richtung Landscape Arch. Eigentlich wollte ich dann wieder zurückgehen, aber es trieb mich noch ein Stück weiter und nicht viel später stand ein Wegweiser mit den Entfernungen zu verschiedenen Arches. Double O Arch 1,4km las ich und sagte mir: "Hmh, hört sich ja interessant an. Da musst du einfach noch hin, die eine Stunde länger zu warten wird Ela sicher nichts ausmachen". Der Weg war bis auf ein paar wenige Stellen auch einfach zu laufen und 20 Minuten später war ich am Double O Arch. Das sah von der einen Seite (linkes Bild) schon nicht schlecht aus. Nach kurzem Verweilen dort, hab' ich überlegt wieder zurückzugehen, damit Ela nicht zu lange warten muss. Zum Glück bin ich aber das letzte Stück doch wieder weitergegangen, ein Italiener half mir die hohe Kante am unteren Arch hoch und ich setze mich auf der anderen Seite vom Arch ein paar Meter dahinter kurz in den Schatten. Die Sonne stand gut und ich machte Fotos. Und das eine Foto davon (rechtes Bild) hat uns später so gut gefallen, dass wir es als Titelbild für diese Reise genommen haben.
Auf dem Rückweg waren noch weniger Leute zu sehen als auf dem Hinweg, einmal musste ich die Kamera wegen einer kleinen Anhöhe ablegen und ein Mann, der mich kurz vorher überholt hatte, kam wieder zurück und meinte: "Wrong way". Na ja, ich ging erst mal noch ein Stück weiter, musste aber als großer Orientierungskünstler bald feststellen, dass das wohl tatsächlich der falsche Weg war. Am Navajo Arch drehte ich um, schaute zur Sicherheit auf die Trackaufzeichnung vom GPS-Gerät und war schnell wieder auf dem richtigen Kurs.
Ela wartete sogar noch im Bereich des Landscape Archs, wo sie im Schatten eines Felsens saß und die Leute beim Hoch- und Runterklettern beobachtete.
Gemeinsam fuhren wir die Strecke zurück und bogen am Abzweig zum Delicate Arch nach links ab. Vom Parkplatz am Ende der Straße ist der 14 Meter hohe und wohl meist fotografierte Arch in diesem National Park aber noch zu weit entfernt, um ein schönes Foto zu machen. Auf die mehrstündige Wanderung zu dem Arch hatten wir aber auch in Hinsicht darauf, dass es bei der relativ hohen Besucherzahl an dieser Stelle sowieso schwierig geworden wäre, gute Fotos zu machen, keine Lust mehr. Ansonsten kann man den Delicate Arch aber auch als Hintergrundbild auf den Kfz-Kennzeichen Utah's bewundern.
Die Fahrt ging weiter zur Window Section, wo wir ebenfalls am Ende der Straße auf dem Parkplatz hielten. Auf dem anschließenden Fußweg zu den Windows - zwei große "Fenster" (North und South Window) in einer Steinwand - sieht man erst mal nur das North Window, weil das South Window aus diesem Betrachtungswinkel durch einen Querfelsen in der Mitte verdeckt ist.. Als wir dann direkt davor standen, hörte ich, wie eine Frau sogar jemand anders fragte: "This is the North Window but where is the South Window?" Ja, dazu muss man einfach einige Meter von den Windows weggehen, und zwar am besten bis zum gegenüberliegenden Turret Arch, denn von dort sieht man die beiden Fenster in der Steinwand, die aufgrund ihres Aussehens auch "The Spectacles (Brille)" genannt werden, sehr gut.
Für meinen Geschmack hat man hier mit die schönste Sicht, wenn man sich direkt ins North Window setzt (rechtes Bild). Allerdings wartet hier jeder darauf sein Foto zu machen und ein paar Minuten stand immer jemand so, dass ich kein schönes Foto machen konnte. Andererseits haben auch andere darauf gewartet, dass ich von meiner Stelle weggehe. Aber wir konnten uns relativ schnell einigen, so dass schließlich alle zufrieden waren.
Es war kurz vor 16:00 Uhr und wir machten uns langsam auf den Weg zur Red Cliffs Lodge, unserer Bleibe für die nächste Nacht. Vom Parkausgang waren das noch 27 Kilometer, die wir überwiegend am Rande des Parkbereichs über Highway 128 parallel zum Colorado River fuhren.
Die Lodge ist schön am Fluss gelegen und, wie der Name schon vermuten lässt, von roten Felsmassiven umgeben. Auch die Zimmer waren sehr gut ausgestattet. Am Blick von der Terrasse gab's auch nichts zu meckern, nur der Preis war leider mal wieder sehr hoch. Mit über 180,- Euro für die Nacht war es unsere teuerste Unterkunft auf dieser Reise.
Abends waren wir im Hotel-Restaurant auf der Veranda am Fluss essen.
Freitag, 23.09.2011 - 15. Tag - Moab - Dead Horse Point - Mexican Hat

Am nächsten Morgen ging die Fahrt zurück bis zum Highway 191 und dann erst mal 16 Kilometer entgegengesetzt zu unserer eigentlichen Route, da Ela von einer Freundin gehört hatte, das der sogenannte Dead Horse Point sehr sehenswert sein soll. Den Aussichtspunkt von wo man ihn sehr gut sehen kann, erreichten wir nach 36 Kilometern auf Highway 313. Vom Aussehen her hat mich das Panorama sehr an den Fishriver Canyon in Namibia erinnert.
Den Namen Dead Horse Point bekam das Hochplateau gegen Ende des 19. Jahrhunderts, weil es von Cowboys als natürliche Koppel benutzt wurde, um dort wilde Mustangs einzufangen. Den nur 27,5 Meter schmalen und einzigen Ausweg sperrten die Cowboys ab. Danach versuchten sie die Pferde zu zähmen und nahmen schließlich die besten mit. Einmal blieben über 100 von den anderen Pferden auf dem Plateau zurück und verdursteten beim Anblick des scheinbar nahen Wassers vom Colorado River. Ob die Cowboys das Gehege verschlossen gelassen und die Pferde vergessen haben, oder ob die Pferde von sich aus den Ausweg nicht mehr gefunden haben, ist ungeklärt.
Auf der Weiterfahrt waren wir zuerst in Moab im Restaurant Peace Tree essen, haben in einem Laden ein Kfz-Kennzeichen von Utah als Souvenir gekauft und waren tanken. Die restliche Strecke verlief überwiegend in südliche Richtung, bei Bluff fotografierte ich ein Autowrack und entdeckte dabei die Twin Rocks, eins der kleinen Highlights an dem wir sonst, wie oben schon erwähnt, vorbeigefahren wären.
Nach etwa 200 Kilometern von Moab aus und knapp 3 Stunden erreichten wir unser nächstes Hotel, das Hat Rock Inn im Städtchen Mexican Hat.
Abends waren wir im naheliegenden Restaurant San Juan Inn essen, wo wir auch mit den Laptops ins Internet konnten, da unser Hotel kein WiFi hatte.

Samstag, 24.09.2011 - 16. Tag - Mexican Hat - Goosenecks - Valley of the Gods - Monument Valley - Page

Im Internet hatten wir gelesen, dass das etwas nördlich von Mexican Hat gelegene Valley of the Gods dem Monument Valley sehr ähneln soll, nur dass es kleiner ist und viel weniger Touristen dort unterwegs seien. Deshalb stand vor der Fahrt ins "richtige" Monument Valley die Fahrt durch das Tal der Götter auf unserem Tagesplan.
Als erstes machten wir allerdings vom Highway 261 einen knapp 6 Kilometer langen Abstecher zu den Goosenecks State Park. Dort windet sich der San Juan River auf einer Länge von 8 Kilometern so oft, dass er dabei nur 1/5 davon an Luftlinie zurücklegt. Von dem Aussichtspunkt, den man kostenlos betreten kann, sehen diese in Millionen von Jahren vom Fluss 300 Meter tiefgegrabenen Schleifen aus wie Gänsehälse, wonach der Park schließlich auch benannt wurde. Für ein schönes Foto war es um 8:30 Uhr aber noch zu früh, denn der Fluss lag noch komplett im Schatten.
So fuhren wir also erst mal den 26 Kilometer langen, spitzen Zacken zwischen Highway 261 und 163 durch das Valley of the Gods. Dass dort kaum Touristen unterwegs sind, können wir bestätigen. Der Grund dafür liegt unserer Meinung aber darin, dass man es eben nicht als kleines Monument Valley bezeichnen kann, sondern höchsten als Mini-Ausgabe davon.
Nach diesem kleinen Exkurs sind wir nochmal zum Goosenecks State Park gefahren, um bei dem inzwischen etwas besseren Licht noch ein schöneres Foto zu machen.
Die Fahrt ging weiter bzw. zurück über Mexican Hat in Richtung Monument Valley. Beim Anblick der folgenden Felsformation braucht man wohl nicht zu erklären, warum das Städtchen diesen Namen bekommen hat. ;-)
Nach weiteren 34 Kilometern über Highway 163 erreichten wir um kurz nach 11:00 Uhr das Monument Valley. Eigentlich ist das dort kein Valley, also kein Tal, sondern ein flaches Steppen- oder Wüstenland aus dem sich monolithische Sandsteingebilde in der Form von Tafelbergen, Nadeln, Zinnen, Burgen (butes), Plateaus (mesas ) und Felsbögen bis zu 300 m hoch erheben.
Die Landschaft dort könnte man auch als Inbegriff für das Western-Feeling bezeichnen und ist den meisten wahrscheinlich aus der Marlboro Zigarettenwerbung bekannt. Es wurden in dem Areal aber auch viele Spielfilme wie z.B. der Western "Spiel mir das Lied vom Tod" mit Charles Bronson gedreht.
Ela hatte versucht im einzigen Hotel des Parks (The View Hotel) ein Zimmer zu bekommen, aber natürlich war das auch schon restlos ausgebucht. Sonst hätten wir von dem Balkon egal welchen Zimmers in diesem Hotel den View wie auf dem linken Bild gehabt.
Das Foto habe ich direkt von dem Portal links neben dem Hotel gemacht.. Zu sehen sind der West / East Mitten und Merrick Butte.
Die Aussicht vom Balkon wäre sicherlich besonders zu Sonnenunter- und/oder Aufgang super gewesen, aber so haben wir die ca. 300,- Dollar gespart, die ein Zimmer für eine Nacht gekostet hätte.
Auf dem rechten Foto sieht man unten 3 Cowboys, die querfeldein reiten. Keine Ahnung, ob da vielleicht gerade wieder ein Werbefilm gedreht wurde, oder ob die nur einfach zum Spaß unterwegs waren. Die Navajo-Indianer bieten Ausritte im Valley jedenfalls an.
Den Scenic-Drive durch das Valley kann man entweder geführt mit entsprechenden Kleinbussen machen, oder man fährt selbst mit dem eigenen Fahrzeug. Wir sind natürlich selber mit unserem Mietwagen gefahren. Die Schotterpiste bis zum Rundkurs war in ziemlich schlechten Zustand und dort herrschte auch noch relativ viel Verkehr, aber auf dem mit ein paar kleinen gemachten Schlenkern insgesamt 12 Kilometer  langen Rundkurs selbst war die Bodenbeschaffenheit sehr gut und es waren nur relativ wenige Fahrzeuge zu sehen. In einer guten Stunde haben wir dort die verschiedenen Aussichtspunkte angesteuert, sind mal da und mal dort ausgestiegen und etwas gelaufen bevor wir den Park danach wieder verlassen haben. Das Ganze war ein netter Ausflug, der natürlich ein Muss ist, wenn man auf dem Highway 163 zwischen Mexican Hat und Tuba City unterwegs ist.
Es ging weiter über Highway 163, wo wir in Kayenta kurz bei Burger King einkehrten, um dann über Highway 160 und 98 nach insgesamt 217 Kilometern und etwas über 4 Stunden im Lake Powell Resort anzukommen. In der naheliegenden Stadt Page waren wir vorher noch Tanken und im Supermarkt einkaufen, wobei der in den POI's vom Navi verzeichnete Walmart nicht vorhanden war und wir auf ein Geschäft von Safeway auswichen.
Das Zimmer im Hotel war soweit okay, nur guckten wir leider vom Balkon aus auf den Parkplatz und nicht auf den See. Das war bei einem Preis von 168,- Euro für die Nacht und somit unserer zweit teuersten Unterkunft auf dieser Reise schon etwas ärgerlich. Ela fragte nochmal an der Rezeption nach einem anderen Zimmer, aber es gab wohl keins mehr, war halt wieder Wochenende.
So saßen wir abends noch für ca. eine Stunde auf einer Bank vor dem Hotel mit Blick auf den See und tranken ein Glas Wein. Die Weinflasche war natürlich in einer Tüte eingewickelt. ;-)
Sonntag, 25.09.2011 - 17. Tag - Page - Antelope Canyon - Horseshoe Bend - Grand Canyon

Unsere erste geplante Aktivität für diesen Tag war die Wanderung durch den Antelope Canyon. Das sind zwei relativ kurze Slot-Canyons bei Page, die von dem etwa 30 Kilometer langen und nur selten wasserführenden Bach Antelope Creek gebildet wurden. Wir wollten zum Lower Antelope Canyon, sind aber vom Highway 98 zuerst falsch abgebogen und waren am Upper Antelope Canyon. Egal, war kein großer Umweg, zurück zum Highway und geradeaus weiter und um kurz vor 11:00 Uhr hatten wir das Ziel erreicht.
Durch die Antelope Canyons kann man nicht alleine gehen, so dass wir nach einer Viertelstunde mit einem Guide und ca. 15 anderen Leuten losgingen. Als erstes passierten wir die Gedenktafel, die an die 11 Personen, die 1997 durch einen Regenfall in weiter Entfernung und einer daraus resultierenden Sturzflut im Canyon ertrunken sind. Kurz danach waren wir am Eingang dieser schmalen Schlucht. Über eine Leiter konnten wir hinabsteigen. Ein Tourist drehte allerdings um, denn seine Platzangst ließ ihn nicht weitergehen. Ich bildete das Schlusslicht und wartete oft einen kurzen Moment, so dass die anderen nicht mehr im Blickfeld waren, und ich fotografieren konnte.
Auf den insgesamt etwa 400 Metern sah es in dem Canyon so aus wie auf dem rechten Bild, und ich habe zig Fotos gemacht, mal mit Blitz und mal ohne, es waren am Schluss auf jeden Fall einige tolle Aufnahmen dabei.
Den Upper Antelope Canyon, der aufgrund der einfacheren Zugangsmöglichkeit wesentlich stärker von Touristen besucht sein soll, haben wir uns nicht angesehen.
Über Highway 98 fuhren wir die 8 Kilometer nach Westen zum Highway 89 und da wir für die Wave im Paria Canyon bei der Online-Lotterie kein Eintrittsticket gewonnen hatten, bogen wir nach links ab anstatt nach rechts. 2 weitere Kilometer danach machten wir den kleinen Schlenker zum Horseshoe Bend. Dort verläuft der Colorado River in ca. 100 Metern Tiefe in einer riesengroßen Schleife, was demjenigen, der oben an der Felskante steht, ein fantastisches Panorama bietet.
Abgesehen davon, dass man an der ungesicherten Felskante auf die Sicherheit achten sollte, spielt hier für ein schönes Foto die Tageszeit und ein Weitwinkelobjektiv eine große Rolle. Die Aufnahme ist um kurz nach 13.00 Uhr gemacht und somit sind relativ wenig Schattenbereiche vorhanden. Danach hat man, je später es wird, mit immer mehr Gegenlicht zu kämpfen. Bei der kleinsten möglichen Brennweite von 16mm        ( 24mm Kleinbild ) konnte ich die Schleife gerade noch komplett einfangen, aber hier wäre ich mit meinem alten Sigma mit 10mm sicherlich besser bedient gewesen. Alternativ könnte man sonst natürlich auch mehrere Fotos machen und später zu einem Panorama-Foto zusammenfügen.
Auf Highway 89 ging die Fahrt weiter Richtung Süden via Bitter Springs und später Cameron. Die Strecke war einer der wenigen, die wir langweilig fanden und außerdem gab es auch keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Wir bekamen irgendwann Hunger und überlegten schon nach Tuba City rein zu fahren, aber das wären hin und zurück über 30 Kilometer zusätzlich gewesen, und dazu hatten wir auch keine Lust. So bogen wir kurz hinter Cameron nach rechts auf Highway 64 ab, machten 15 Kilometer weiter einen kurzen Fotostopp am Little Colorado Canyon Viewpoint und erreichten nach nochmaligen 35 Kilometern den Desert View Watchtower im Grand Canyon National Park, wo ich mein erstes Foto vom Grand Canyon schoss.
Wir standen da ein kurzes Weilchen und bekamen schon mal einen schönen Eindruck was uns während unseres Aufenthalts am Canyon landschaftlich so erwarten würde.
Über das Internet hatten wir nur für die nächsten 2 Tage ein Zimmer in der Maswik Lodge vorbuchen können, alles andere war bereits wieder ausgebucht, und so fuhren wir auf gut Glück die letzten 40 Kilometer bis zur Maswik Lodge, wo wir gegen 17:00 Uhr ankamen. Unsere Hoffnung auf ein Zimmer für die anstehende Nacht wurde uns nicht genommen, und so bekamen wir in dem Cottonwood-Block ein Bungalow für drei Nächte. Nach dem Einchecken waren wir im Restaurant der Bright Angel Lodge - wir hätten ja schon ein Bärenhunger - und das Essen war einfach nur super lecker. Danach schauten wir noch von verschiedenen Stellen in diesen gewaltigen Canyon bevor wir später in unseren Bungalow zurückgingen.
Montag, 26.09.2011 - 18. Tag - Grand Canyon

Um kurz vor 9:00 Uhr sind wir mit dem kostenlosen Shuttle-Bus der Red Route über die Hermit Road die knapp 13 Kilometer bis zur Endstation gefahren, um dann über den Rim Trail wieder zurückzulaufen. Dieser Trail verläuft mal direkt am Canyon, also quasi neben der Felskante, wo man ständig in die Schlucht gucken kann, und mal auch ein kleines Stück davon entfernt, wo kleinere Wälder dazwischen sind.
In den Bereichen, die an der Schlucht liegen, gibt es auch mehrere Lookouts mit Bänken, wo man sich setzen und das Panorama genießen kann.
Und wenn man dann dort sitzt oder steht kann man eigentlich nur noch darüber staunen, was der Colorado River, der früher Grand River hieß und damit sozusagen Pate für die Namensgebung der Schlucht war, in den Jahrmillionen dort auf einer Länge von etwa 450 Kilometern und einer Breite von 6 - 30 Kilometern geschaffen hat..
Das Canyon-Gebiet ist in 3 Bereiche aufgeteilt. Den touristisch eher erschlossenen South Rim, wo wir uns befanden, den im Schnitt 300 Meter höheren, gegenüberliegenden North Rim und die bis zu 1800 Meter tiefe innere Schlucht.
Brücken gibt es dort zum Glück keine, denn die würden die wunderschöne Landschaft sicher auch nur verschandeln. Wer also mal schnell auf die andere Seite will, muss entweder mit dem Auto ca. 320 Kilometer östlich außenrum fahren, oder läuft über den Kaibab-Trail dorthin. Der Wanderer hat dabei zwar nur ungefähr ein Zehntel der Strecke zurückzulegen, wird aber je nach Kondition mindestens 10 Stunden und damit die 2,5 fache Zeit unterwegs sein.
Wir liefen weiter und waren überrascht, dass wir auf der ganzen Strecke alleine unterwegs waren. Schließlich war das ja nicht irgendein Wald- und Wiesen Canyon, sondern der Grand Canyon, den jährlich um die 5 Millionen Menschen besuchen. Aber was soll's, uns hat's gefreut. :-)
Nach knapp 9 Kilometern stiegen wir dann aber doch wieder in den Bus und fuhren die restliche Strecke zurück zum Startpunkt.
Danach war erstmal etwas Entspannung auf dem Balkon angesagt.
Die Wanderung war wirklich sehr schön, da gab es nichts zu meckern, aber mir hat noch so ein bisschen der Abenteuerfaktor gefehlt. So wie ich schon im Zion Nationalpark den Riverside Walk als etwas langweilig und eher was für Rentner empfand, so ging es mir was Letzteres angeht dort auch wieder. Deshalb hat Ela nochmal all unser Infomaterial durchgeblättert und sagte mir dann, dass es 2 Trails gibt, die in den Canyon hineinführen, nämlich den Bright-Angel- und den South-Kaibab-Trail. Ich sah mir die Unterlagen dann auch nochmal an und entschied mich am nächsten Tag zuerst den nicht so viel besuchten Kaibab-Trail und später evt. auch noch den anderen zu gehen.
Gegen späten Nachmittag sind wir nochmal die Strecke bis fast zum Desert View Watchtower gefahren und machten an den einzelnen Viewpoints kurz Pause und Fotos. Auf dem Rückweg hielten wir am Market Plaza, wo Ela im Village Store ein paar Getränke und ein Cappi für sich kaufte. In knapp 3 Stunden haben wir die insgesamt 84 Kilometer zurückgelegt und waren wieder zurück an unserem Bungalow.
Abends waren wir in der Cafeteria von der Maswik Lodge essen.

Dienstag, 27.09.2011 - 19. Tag - Grand Canyon

Früh stand ich auf, holte mir in der Maswik Lodge ein Sandwich, nahm den Rucksack, in den Ela mir 3 Flaschen Wasser a 1,5 Liter sowie Erdnüsse für den Elektrolythaushalt eingepackt hatte, verabschiedete mich und fuhr mit 2 verschiedenen Shuttle-Bussen bis zum Yaki Point, wo der Anfang des Trails ist.
Es war kurz vor 7:30 Uhr, und ich freute mich auf meine Wanderung, obwohl ich so gut wie keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde.
Vor mir gingen noch ein asiatisches Pärchen und ein einzelner jüngerer Mann, ansonsten war erst mal keiner zu sehen. Also so, wie ich es am liebsten mag. :-)
Am Anfang steht ein Warnschild, auf dem auch auf deutsch geschrieben ist, dass man auf keinen Fall versuchen sollte, an einem Tag bis zum Colorado River runter und wieder zurück zu laufen, weil daran jährlich.Wanderer erkranken oder sogar sterben.
Aber so ein Verrückter wie ich liest in den Zeilen auf dem Schild leider so etwas wie: "Geh genau heute und jetzt einmal runter zum Fluss und komm danach sofort wieder hoch!". Tja, und was soll ich mit so einer Leseschwäche schon groß machen? Ich bin halt einfach losgelaufen.
Zuerst war der Weg noch im Schatten und schlängelte sich in Serpentinen einmal auf der linken Felswandseite und einmal auf der rechten Seite steil hinunter, bevor ich 15 Gehminuten von obigem Schild entfernt, den Ooh Aah Point erreichte. Weiß nicht, warum der so heißt, vielleicht hat das mal ein Wanderer an der Stelle aufgrund der schönen Aussichten von sich gegeben. Mir gefällt der Name jedenfalls.
Kurz danach war ich aus dem Schattenbereich raus und es wurde angenehm warm.
Ein knappe halbe Stunde später vom Ooh Aah Point aus erreichte ich den Cedar Ridge genannten 2. Markierungspunkt auf dem Trail. Dort bin ich erst mal ein Stück von ca. 100 Metern auf ein Plateau gelaufen - also nicht auf dem eigentlichen Trail -, weil ich gucken wollte, ob es dort noch andere schöne Fotomotive gibt. Als ich zurück kam, wollte ich die einzigen Örtlichkeiten, die es auf dem South-Kaibab-Trail gibt, aufsuchen, die aber zu meinem Erstaunen erst mal besetzt waren, denn inzwischen waren schon andere Wanderer eingekehrt und weitere folgten von oben. Auf einmal waren so ca. 10-15 Leute da. So'n Mist, dachte ich nur, wartete kurz, ging aufs Klo und dann gleich weiter hinab. Der nächste Streckenabschnitt war nicht mehr so steil, die Temperatur war sehr angenehm und das Wandern dort hat einfach nur einen riesen Spaß gemacht. Vor mir sah ich in einer Entfernung von ca. einem halben Kilometer einen einzelnen Mann gehen und die Truppe am Cedar Ridge schien bis auf eine Frau und einen Mann auch nicht weiter gegangen zu seien. Viele Wanderer kehren bei dem 2. Wegpunkt (Cedar Ridge) oder 3. Wegpunkt (Skeleton Point) wieder um.
Bald war ich auf einem relativ schmalen Plateau, auf dem der Weg fast waagerecht verlief, und wo mir der einzelne Mann vorne, der kurz nach Ende dieses Wegstückes umgekehrt war, entgegen kam. Ich fragte ihn: "Do you go back now?" was ja eigentlich eine bescheuerte Frage war, es war ja offensichtlich, dass er wieder zurückging. Eigentlich hätte ich wohl eher lieber gewusst, warum er denn nicht weitergeht. Er sagte: "Yes. What time is it?". Ich antwortete: "A quarter past nine", und er erwiderte nur: "excellent" was sich so anhörte wie "Äääksellent".
Ich dachte keineswegs ans umkehren und bin einfach äääksellent weitergegangen. So eine wunderschöne Landschaft in dieser herrlichen Ruhe, das hat man ja nicht alle Tage. Etwa 10 Minuten später, oder, um genau zu sein, um 9:26 Uhr, stand ich am 3. und eigentlich auch letzten - zumindest in den meisten Beschreibungen erwähnten - Wegpunkt des South-Kaibab-Trails, dem Skeleton Point. Dort drehen die meisten Wanderer, wenn sie nicht schon am Cedar Ridge kehrt machten, wieder um, denn immerhin hat man einen Rückweg von fast 5 Kilometern zurück zu legen, wobei ein Höhenunterschied von über 600 Metern zu überwinden ist. Da trennt sich halt die Spreu vom Weizen. ;-) Nee, Spaß, ich war einfach nur zu neugierig, wie der Weg noch weitergeht und wanderte weiter. Kurz danach begegnete mir eine Muli-Karawana mit etwa 15-20 Personen. Die übernachteten wahrscheinlich in der Phantom-Ranch nahe des Colorado-Rivers und ließen sich nun von den Maultieren hochtragen.
Bei der Ranch kosten solche Trips derzeit für eine Person fast 500,- Dollar inkl. einer Übernachtung mit Vollpension. Und das dafür, dass man danach nicht wirklich sagen kann, dass man den Grand Canyon bezwungen hat. Nöö danke, ich geb' mein Geld lieber anders aus und lief einfach wieder äääksellent weiter. Der Weg wurde bald wieder steiler und verlief in vielen Switchbacks - hört sich viel ja schöner an als Serpentinen - hinab. In einiger Entfernung hinter mir waren nur noch die Frau und der Mann, sonst war weit und breit keiner mehr zu sehen.
Eine knappe Stunde später war das erste Mal auf diesem Trail der Colorado zu sehen und bis zu der Aussicht wie auf dem rechten Bild, wo sich das letzte Teilstück fast bis zum Fluss hinunter schlängelt, verging nochmal eine gute halbe Stunde. Auf diesem letzten Teilstück war auf einmal eine kleine Gruppe von 4-5 Personen - im Bild noch im Schatten - zu sehen. Die müssen wohl auch noch vor mir aufgebrochen sein und haben vielleicht irgendwo Pause gemacht, oder kamen von der Phantom Ranch bzw. vom Bright-Angel-Camp.
Nach weiteren 10 Minuten stand ich vor dem Wegweiser, wo es nach rechts zur Ranch und zum Camp geht und nach links zum River-Trail.
Es war jetzt in keiner Richtung mehr jemand zu sehen und ich fragte mich, wo die kleine Gruppe geblieben ist, und was ich jetzt eigentlich machen soll. Es gab im Prinzip nur 2 Möglichkeiten, entweder wieder umkehren und die ganze Strecke zurück laufen, oder den River-Trail entlang weiter gehen und gucken, wo der hinführt. Nach rechts zu gehen kam mir jedenfalls völlig falsch vor. Ich entschied mich dann nach links weiter zu gehen. Der Weg verlief bald parallel zum Fluss, teilweise auch im Schatten und war nicht besonders anstrengend zu gehen. Meine Kondition war auch noch sehr gut, d.h. ich war weder müde, noch tat irgendetwas weh. Einmal kreuzte ein Ziegenbock meinen Weg, der sich ängstlich an mir vorbei schlich und 2, 3 mal verspürte ich ein Zucken in den Oberschenkeln, was ein Zeichen dafür war, dass die Belastung bei dem manchmal steilen Bergablaufen durch das stetige Abbremsen des eigenen Körpergewichts (zur Zeit leider knapp etwas über 100kg - bei 191cm Körpergröße) mit jedem Schritt nicht spurlos an mir vorüber gegangen ist.
Das einzige Problem war eigentlich nur, dass ich nicht wusste, wohin dieser Weg letzten Endes wirklich führt. Es hätte ja auch sein können, dass der einfach irgendwo im Nirwana endet o.ä.. Und damit muss ich leider zugeben, war meine Wanderung, soweit nach unten zu marschieren, schon ziemlich grenzwertig, wenn nicht fast sogar leichtsinnig, denn wenn ich wirklich den ganzen South-Kaibab-Trail, auf dem es nirgends Wasser gibt, hätte wieder hochlaufen müssen, dann wären die etwas über 3 Liter Wasser, die ich noch hatte, sicherlich sehr knapp geworden. Und dann hätte nicht mehr viel gefehlt, und ich wäre vielleicht mit ein Grund geworden, warum man oben die Warnschilder aufgestellt hat.
Aber ich hatte Glück, ein paar Biegungen weiter kam mir ein etwas älteres Paar entgegen, und ich erfuhr, dass weiter vorne der Bright-Angel-Trail beginnt, und dass es dort auch mehrere Stellen gibt, wo man den Wasservorrat auffüllen kann.
Ab dem Moment ging es mir wieder gut, hatte ich doch vorher langsam das komische Gefühl bekommen, evt. etwas falsch zu machen, so wusste ich, dass der Bright-Angel-Trail ja der 2. Trail war, den es vom South Rim in den Grand Canyon zum Wandern gibt und der direkt bis oben zu den Lodges führt.
Ein wenig später lief ich an der Bright-Angel-Suspension Bridge, wo ein paar Wanderer davorstanden, vorbei und war bald am tiefsten Punkt des Trails, also fast auf Höhe des Colorado.
Es war 11:40 Uhr, ich hatte also bis dahin knapp 4 Stunden gebraucht und überschlug schon mal, wann ich wieder oben sein könnte. Meine Schätzung war sehr optimistisch, denn ich dachte so an 16:00 Uhr.
An dem Bereich, wo der Weg etwas weichsandiger war, kamen mir 3 Mädels entgegen, wobei das erste ein Stück vor den beiden anderen lief und sich leicht hechelnd in vorgebeugter Haltung auf seine Wanderstöckchen stützte. Keine Ahnung, wo die gestartet sind, nur um sicherzustellen, dass ich nicht aus Versehen schon an dem Trail vorbeigelaufen bin, fragte ich das erste: "Is that the way to the Bright-Angel-Trail?" Sie lachte kurz und nickte dabei. Zu den anderen sagte ich kurz "Hello", welches sie erwiderten und rhetorisch noch das typische "Howyadoin" fragten und weiter ging's. Knapp 20 Minuten später war ich am Pipe Creek Beach, wo der Weg nach links in Richtung Süden weiter führt und der Aufstieg über den Bright-Angel-Trail beginnt. Am Pipe Creek Resthouse, wo es auch ein Notruftelefon gibt, wollte ich die eine Wasserflasche am Bach auffüllen, aber da waren 3 - 4 Leute, und der eine fragte mich: "Do you think that it is a good idea to drink this?". Ich zuckte mit den Schultern, füllte die Flasche noch etwas voller und fragte mich dabei, was denn groß Schlimmes in dem Wasser sein könnte. Denn es floss an einem Stein runter und sah kristallklar aus. Na ja, da ich noch 2 volle Flaschen hatte und der zweite meinte, dass es in ein paar Kilometern Trinkwasser gäbe, habe ich es mit dem weiteren Auffüllen dann aber trotzdem sein lassen.
Der Weg war jetzt schon wesentlich steiler als auf dem Rivertrail, ließ sich für mich aber trotzdem noch relativ einfach bewältigen. Allerdings war die Bodenbeschaffenheit schon deutlich schlechter als vorher, denn die Strecke war unebener und es lagen kantige Steine auf dem Weg. Mit meinen stinknormalen Turnschuhen war ich dafür nicht wirklich gut gerüstet. Und als ich nach ein paar Kurven irgendwann die Sicht wie auf dem linken Bild hatte, dachte ich nur noch:
"Du Idiot, was hast du nur wieder gemacht, bis da oben musst du jetzt noch laufen" oder irgendwas in der Art war es auf jeden Fall. Da hab ich schon einen kleinen Schrecken bekommen, als ich vor dieser gewaltigen Felswand stand.
Es war nun kurz vor 13:00 Uhr und ich verabschiedete mich schon mal von dem Gedanken, um 16:00 Uhr wieder oben sein zu können.
Einmal kam mir eine Frau entgegen, ansonsten waren auch in diesem Teil des Trails keine weiteren Wanderer mehr.
Der Bright-Angel-Trail ist ein paar Kilometer länger als der South-Kaibab-Trail und da bei beiden ungefähr der gleiche Höhenunterschied besteht, verläuft der Bright-Angel-Trail flacher. Der Aufstieg fiel mir eigentlich auch gar nicht so schwer. Was mir am meisten zu schaffen machte, war die Sonne. Aufgrund meiner guten Vorbereitung hatte ich natürlich weder eine Sonnencreme noch eine Kopfbedeckung dabei.
Zum Glück gab es aber immer wieder schattige Bereiche, in denen ich kurze Pausen einlegen konnte. Die 2. Wasserflasche war schon leer und ich brach schließlich die 3. und letzte 1,5 Liter Flasche an.
Um 13:45 Uhr kam ich an einen Wegweiser, wo draufstand "Indian Garden <- 3 mile" und ich dachte: Mist, in 3 Meilen kann ich erst das Wasser auffüllen. Aber zum Glück war dem nicht so, denn 10 Minuten später stand ich an dem Informationsschild des Indian Garden.
Der 3-mile-Marker gibt nämlich die Entfernung bis zum Colorado an und nicht bis zum Indischen Garten.
Dort herrschte - im Vergleich zu vorher - Massentourismus,  denn auf dem vorhandenen Campground übernachten viele, wie z.B. diejenigen, die einen 2-Tages-Trip machen und vom South Rim herunter kamen, um am Folgetag wieder hoch zu wandern. Manche machen auch einen 3-Tages-Trip und kommen vom Bright-Angel-Camp oder der Phantom Ranch auf der anderen Seite des Colorados.
Um den Wasserhahn herum gibt es mehrere Bänke, und es saßen ca. 10-15 Leute eher jüngeren Alters dort und füllten abwechselnd ihre Flaschen auf. Nach etwa einer Viertelstunde, und mit auch wieder aufgefüllten Wasser-Vorräten, lief ich langsam weiter. Es folgten ein paar flachere Bereiche, die aber leider keinerlei Schatten mehr spendeten.
Das war teilweise schon ganz schon heftig, und ich möchte nicht wissen, wie das da im Hochsommer ist.
Das eigene Wohlbefinden erkennt man ansonsten ganz gut daran, wie interessiert man seine Umwelt noch wahrnimmt, oder ob einem vielleicht schon alles egal ist. Mit anderen Worten, solange wie ich noch Fotos von z.B. dem kleinen Freund auf dem rechten Bild machte, war von meiner körperlichen Konstitution her noch alles im Lot.
Wie schon erwähnt waren in dem Bereich wesentlich mehr Wanderer unterwegs, und ich wurde von vielen überholt. Das lag aber sicherlich nicht an meiner Fitness, sondern viel mehr an der Tatsache, dass keiner von denen die Strecke hinter sich hatte, wie ich an dem Tag.
Trotzdem machte ich mir etwas Sorgen wegen der Zeit, denn der steilste Abschnitt lag noch vor mir, so dass 17:00 Uhr auch schon nicht mehr realistisch erschien, um oben am Rim zu sein. Ich dachte dabei aber eher an Ela, weil sie ja keine Ahnung davon haben konnte, dass ich gleich beide Trails hintereinander lief und mit mir spätestens gegen frühen Nachmittag gerechnet hatte.
Bald wurde es dann auch steiler, und da ich zusätzlich auch noch teilweise von der Sonne gebrutzelt wurde, war irgendwann Schluss mit Spaß, Vergnügen und Abenteuer und das Ganze wandelte sich eher in Richtung Tortur. Ich nutze jeden Flecken Schatten und machte öfter Pausen.
Eine Gruppe älterer Wanderer kam mir entgegen, und ich fragte wie weit es noch bis nach oben ist. Eine Frau antwortete freundlich und sagte auch, dass es noch 2 Möglichkeiten gibt Wasser aufzufüllen. Okay, also brauchte ich mir um das Wasser schon mal keine Sorgen zu machen. Beim Aufstieg war der Verbrauch doch deutlich höher, denn da hab ich insgesamt bestimmt 8 Liter getrunken, beim Abstieg war es nicht mal einer. Ich lief langsam weiter und wurde ab und zu wieder von anderen Wanderern überholt. Aber ich konnte es selbst kaum glauben, einmal hab ich sogar noch ein Pärchen überholt. Die nächsten Leute, die von oben kamen, fragte ich wieder: "How long is it to the top"? Ich bekam wieder eine Antwort, brauchte die aber eigentlich gar nicht, denn ich hatte ja erst 10 Minuten vorher die letzten gefragt. Aber das ist wahrscheinlich auch so ein Zeichen dafür, dass man langsam an die Grenzen gerät, also eine Frage zu stellen, obwohl man die Antwort selber weiß, wahrscheinlich in der wahnwitzigen Hoffnung zu hören, dass man es gleich geschafft hat. Und dass man nach der nächsten Kurve ein leckeres Essen und eine Maß Bier bekommt. *gg* Immerhin hab' ich aber noch ans fotografieren gedacht.
Denn wie auf dem Foto zu sehen, war ich - zwar nach einer gefühlten Ewigkeit - wieder ein gutes Stück nach oben gekommen und knipste dieses Bild in Richtung Colorado. Am 3-miles-resthouse füllte ich nochmal die Flaschen auf und machte kurz Pause. Beim weiteren Aufstieg  fragte ich ein italienisches Pärchen das letzte Mal wie weit es noch bis oben ist, und sie meinte, sie hätten eine halbe Stunde bergab gebraucht, und dass ich wahrscheinlich eine Stunde evt. auch etwas mehr brauchen würde. Es sah eigentlich gar nicht mehr so weit bis zum Rim aus, aber das letzte Stück zieht sich halt immer, insbesondere wenn man eh schon fix und fertig ist. Mein Gemüt wurde aber bald wieder deutlich besser, denn kurz nach dem 3-miles-resthouse lag der Weg komplett im Schatten und die größte Belastung durch die Sonne war damit vorbei. Am 1,5-miles-resthouse konnte ich deshalb auch vorbeigehen ohne Wasser auffüllen zu müssen. Um kurz vor halb sechs waren dann die letzten Switchbacks gemeistert, und ich hatte den kleinen Tunnel fast am Ende des Trails und das ein Häuschen oben am Rim in Sicht.
Nach genau 10 Stunden 09 Minuten und 55 Sekunden und einer zurückgelegten Strecke von 29,99 Kilometern war meine Wanderung beendet, und ich stand oben am Wegweiser vom Bright-Angel- und Rim-Trail im Grand-Canyon Village.
Puuuuhhh, war das ein Akt. ------------------------------------------------------------------------ Aber ich hab's geschafft !!! :-)))))))))
Ich lief noch die 300 Meter bis zur Maswik-Lodge, schob die Scheckkarte in den Türöffner und dann kam mir auch schon Ela strahlend entgegengelaufen. Sie vermutete mich schon fast als verschollen und meinte, wenn ich bis 18:00 Uhr nicht zurück gewesen wäre - und das waren ja gerade mal noch 20 Minuten - hätte sie bei der Rezeption die Hubschrauber-Rettungsaktion einberufen.
Na da hab' ich ja wieder ne Punktlandung gemacht. ;-)
Wir haben uns dann gegenseitig erzählt, was wir an dem Tag so erlebt haben - bei mir war es geringfügig mehr, denn Ela gönnte sich einen schönen Relax-Tag -, und danach hab' ich mich auf dem Bett erst mal etwas ausgeruht.
Das war schon wirklich eine Wahnsinns-Wanderung, die mir aber insgesamt super viel Spaß gemacht hat, und die ich sicherlich nie wieder vergessen werde. Ich denke seit dem fast täglich an irgendeinen Moment davon und das ist im jetzigen Augenblick, wo ich diesen Satz gerade schreibe, immerhin schon 5 Monate und 2 Tage her.
Das Schönste an dem Trip war für mich die fantastische Landschaft, die Ruhe, die Befriedigung der Neugierde und das Gefühl danach, einmal durch den Grand Canyon gelaufen zu sein. Das Schlechteste war das Unbehagen am Fuße des South-Kaibab-Trails, also am Colorado unten, wo ich nicht wusste, wie die anderen Wege weiter verlaufen und die 2 anstrengenden Stunden beim Aufstieg zwischen Indian Garden und 3-miles-resthouse, wo der Weg sehr steil anstieg und mir die Sonne ins Gesicht brannte.
Gegen die Sonne kann man sich mit einer Creme und einer Kopfbedeckung relativ leicht schützen, aber wenn der Aufstieg nicht so anstrengend wäre, dann wäre es sicherlich auch mit der Ruhe und damit einem der schönsten Gegebenheiten dieser Wanderung vorbei.
Außerdem habe ich mich - auch wenn Ela nach meiner Rückkehr meinte, dass sie mich noch nie so fertig gesehen hat - sehr schnell wieder von der Anstrengung erholt, so dass aufgrund ungeeigneter Schuhe eigentlich "nur" 4 blutunterlaufenen Zehen als negative Erinnerung übrigblieben.
Abends waren wir im Pizza Pub von der Maswik Lodge essen.

Mittwoch, 28.09.2011 - 20. Tag - Grand Canyon - Williams - Seligman

Wider Erwarten verspürte ich nach dem Aufstehen nicht den geringsten Muskelkater und fühlte mich eigentlich so, als ob ich die ganze Wanderung sofort nochmal machen könnte.
Da wir an diesem Tag nur 166 Kilometer zurückzulegen hatten, fuhren wir um kurz nach 9:00 Uhr für unsere Verhältnisse relativ spät los und erreichten über die Highways 180 und 64 eine gute Stunde später das südlich knapp 100 Kilometer entfernte Städtchen Williams, wo wir tankten und, wo soll's schon sonst sein, bei McDonalds essen gingen. Die haben halt immer WiFi und da die Verbindung im ganzen Grand Canyon Bereich total langsam und dadurch fast gar nicht nutzbar war, brauchten wir das unbedingt. ;-)
Nach insgesamt 90 Minuten Aufenthalt in Williams und weiteren 70 Kilometern Fahrt über Highway 40, kamen wir am frühen Nachmittag in Seligman, einem ca. 1000 Einwohner zählenden kultigen Örtchen an der Historic Route 66 an.
Durch die Nostalgiewelle um die alte Route 66 zieht dieser Ort, der am 22.09.1978 um 14:00 Uhr durch die Eröffnung des letzten Teilstücks vom Interstate I-40 Highway quasi von einer Stunde auf die andere vom Verkehr abgeschnitten wurde, seit Ende der 80er Jahre weltweites Interesse an sich. Die ursprünglich fast 4000 Kilometer lange Straße, die mit die erste und früher eine der bedeutendsten Ost-West-Verbindungen der USA war - sie verlief von Chicago bis nach Los Angeles -, bekam schnell den Spitznamen "Mother Road" und soll ab Seligman in besonders schönen Abschnitten in Richtung Osten führen.
Im Romney-Motel haben wir ohne Vorbuchung ein kleines, relativ günstiges Zimmer bekommen, das zwar etwas eng war und keinen Balkon hatte, dafür aber mit Kühlschrank, AC und kostenlosem WiFi ausgestattet war.
Nach dem Einchecken und kurzem Ausruhen haben wir uns etwas in den Souvenir- und Nostalgieläden umgeschaut, und ich habe natürlich auch wieder fotografiert, denn mit das Beste dort sind die zahlreichen schönen Fotomotive.
Durch die früher nahegelegene, nach Prescott führende Bahnlinie, hieß der Ort zuerst Prescott Junction, bevor er 1886 nach dem Gründer Jessi Seligman seinen heutigen Namen bekam.
Als es die Umgehungsstraßen noch nicht gab, fuhren dort in den wirtschaftlich besten Zeiten fast 12000 Autos täglich durch den Ort. Danach verkümmerte er genauso wie andere Orte und Gemeinden in dem Bereich zur Geisterstadt.
Dass es Seligman heutzutage besser geht als je zuvor, verdankt es im Prinzip nur einem etwas starrköpfigen Friseur namens Angel Delgadillo, der dort heute mit seiner Frau Wilma den Andenkenladen Angels Barber Shop betreibt. Er wollte sich damals nicht mit dem Schicksal abfinden und kämpfte fast ein Jahrzehnt lang mit nur einer Handvoll Gleichgesinnter gegen den Niedergang seiner Heimatstadt und dafür, dass die Route 66 als Denkmal "State Historic Route" vom Bundesstaat Arizona anerkannt und geschützt wird. 1987 hatte er dann tatsächlich Erfolg.
Inzwischen sind Seligman und weitere Orte wie Hackberry, Williiams oder Flagstaff voll auf den Tourismus ausgerichtet.
Auch wenn es außer ein paar Geschäften und Oldtimern nicht wirklich was zu sehen gibt, so verkehren dort dennoch Motorradgruppen und Reisebusse, teilweise sogar im Minutentakt. Während wir spazieren gingen, hielt immerhin ein Reisebus für eine Fotosession.
Nach einer weiteren Pause im Motel waren wir abends im Westside Lilo's Cafe essen.

Donnerstag, 29.09.2011 - 21. Tag - Seligman - Hackberry - Skywalk (Grand Canyon) - Boulder City

An diesem Morgen waren wir gespannt auf die Route 66 und den Skywalk, was die Highlights an diesem Tag sein sollten.
Die Strecke verlief kurz nachdem wir aus Seligman raus waren aber erst mal für fast 30 Kilometer schnurgerade durch flaches, ödes Land in Richtung Nordwesten und hinter Peach Springs für nochmals fast 20 Kilometer schnurgerade durch genauso flaches wie langweiliges Land südwestlich, und wir sahen schnell, das der Kult-Status der Route 66 nicht wirklich etwas mit schönen Landschaften zu tun hat. Gut, wir waren ja auch nur in einem relativ kleinen Teilstück unterwegs, aber immerhin gehört das laut Berichten, die wir im Internet fanden, zu den schöneren Bereichen. Nächstes Mal fahren wir noch auf ein paar anderen Abschnitten der Route 66, und vielleicht sehen wir es dann ja anders.
Nach knapp 100 Kilometern und 90 Minuten Fahrt machten wir einen kurzen Stopp in Hackberry und standen vor dem General Store.
Wir haben den Laden nur für ein normales Souvenirgeschäft gehalten, so wie eins von vielen, die wir schon in Seligman sahen, und sind deshalb gar nicht mehr reingegangen. Wenn wir gewusst hätten, dass es mit das beste Route 66 Museum sein soll, hätten wir es natürlich gemacht. So schoss ich dort nur das Standardfoto von dem vor sich hin rostenden und wahrscheinlich meist fotografierten Oldtimer an der Route 66.
Knapp 10 Kilometer weiter zweigt die Antares Road, eine 50 Kilometer lange Offroad Piste, nach Norden hin ab. Am Abzweig sind wir zuerst vorbeigefahren, aber da uns die Route 66 nicht so wahnsinnig faszinierte, und wir daher nicht die ca. 70 Kilometer Umweg über Kingman fahren wollten, drehten wir um, und fuhren über die Schotterpiste.
Die Strecke war einfach zu befahren, und es hat Spaß gemacht mal wieder keinen Teer unter den Rädern zu haben. Der Verkehr war auch gleich null. Nach 52 Kilometern, für die wir 45 Minuten benötigten, war die Schotterpiste erst mal zu Ende, und wir bogen rechts auf die Pierce Ferry Road ab. Auf der anschließenden Diamond Bar Road folgte nach weiteren 18 Kilometern dann nochmal ein etwa 15 Kilometer langer Abschnitt mit Schotterbelag. Ich fuhr im Mittel so 40 km/h und sah irgendwann im Rückspiegel, dass ein Reisebus immer näher kam. Ich dachte, dass das wahrscheinlich einer der ersten Busse mit den Touristen aus Las Vegas, die mal schnell ein wenig Canyon-Feeling bekommen wollen, ist, und gab etwas mehr Gas. Außerdem konnte es ja nicht sein, dass der mit seinem Bus schneller fährt, als wir mit unserem SUV. Aber nicht viel später tauchte vor uns ein anderer Bus auf, und ich musste das Tempo wieder verringern, um nicht in seiner Staubwolke zu fahren. Damit war dann auch klar, dass wir uns abschminken konnten evt. noch vor dem großen Ansturm dort anzukommen.
Nach diesem kurvenreichen Offroad-Parcour waren nochmal 11 Kilometer Teerstraße zu fahren, so dass wir schließlich um 10:15 Uhr auf dem Parkplatz des Grand Canyon Skywalk standen.
Auf dem Parkplatz selbst standen noch gar nicht so viele Autos, nichtsdestotrotz herrschte dort schon ein reger Betrieb. Auf dem gegenüberliegenden Flugplatz starteten und landeten die Hubschrauber minütlich, genauso wie die Reisebusse im gleichen Takt ankamen.
Obwohl wir auf dieser Reise ja schon an vielen Highlights waren, konnte man an keiner Stelle vorher von so einem Massentourismus sprechen wie am Skywalk Aber gut, das hatten wir auch vorher schon in Berichten gelesen.
Der Skywalk gehört den Hualapai-Indianern, die in Arizona ein breites Stück am Canyon besitzen und ihn am 28. März 2007 mit den Investoren zusammen der Öffentlichkeit zugänglich machten. Die hufeisenförmige Plattform ragt 22 Meter über die Felskante hinaus. Die 28 Tonnen schweren 48 Glasplatten haben eine Breite von 3 Metern und bilden den Boden des Skywalks. Von einem Ende bis zum anderen sind es 45 Meter auf denen die maximal gleichzeitig eingelassenen 120 Personen auf den über 1000 Meter darunterliegenden Canyon blicken können.
Die Tickets kauften wir im Visitor Center, einer Traglufthalle, die gleichzeitig auch als Ein- und Ausgangsschleuse dient. Auf der anderen Seite wartet man dann  in meist ziemlich langen Schlangen auf einen Bus, der einen zu den drei verschiedenen Aussichtspunkten fährt. Die meisten Leute fahren natürlich nur wegen dem Skywalk dahin und steigen deshalb am Eagle Point aus. Dort warteten wir in einer weiteren Schlange am Sicherheitscheck erneut ein Weilchen, und wir sahen auf entsprechenden Schildern, dass man keine Kameras usw. mit auf die Plattform nehmen darf. Wir wissen nicht, warum wir das vorher nirgends gelesen hatten, aber das war fast ein Schock für uns, denn ohne Fotos machen zu können, über die wir uns später immer wieder freuen würden, ist jedes Erlebnis eigentlich nur halb so schön.
Ich war darüber richtig gefrustet und hatte gar keine Lust mehr auf den Skywalk. Meine Diskussion mit der einen Angestellten, das Geld zurück zu bekommen, blieb natürlich ohne Erfolg, und wir gingen erst mal wieder raus. An den kleinen Tischchen von der Cafeteria draußen beratschlagten wir, was wir tun könnten. Ela meinte dann, sie würde mit den Sachen dort warten und ich solle nochmal alleine reingehen. Aber jetzt war ich mal bockig, und um das Geld nicht komplett aus dem Fenster geschmissen zu haben, ging Ela halt auf den Skywalk.
Ich wartete also an dem Tisch und guckte, ob mir von dort mit der maximalen Brennweite meines Standard-Zoom-Objektivs ein gutes Foto  gelingen würde, falls Ela später auf dem Skywalk zu sehen ist.. Dem war leider nicht so, aber weiter nach vorne gehen und die beiden Rucksäcke zurücklassen wollte ich ebenso wenig, wie die Rücksäcke mitzuschleppen.
Aber das konnte mir meine Laune auch nicht weiter vermiesen, denn die war ja an dem Tag eh schon fast ganz unten. Ich wartete also weiter und dachte, kann ja heute nur noch besser werden. Leider täuschte ich mich, denn inzwischen hatte sich ein asiatisches Pärchen zu mir an den Tisch gesetzt, und die Frau schlürfte ihre Nudelsuppe so, wie ich vorher noch nie einen Menschen habe schlürfen hören. Wenn ich sagen würde, sie hat gefressen wie ein Schwein, wäre es sicherlich eine Beleidigung gewesen - für das Schwein. Nach ein paar Minuten sagte ich dann zu ihrem Begleiter: "I've never heard a people eating like her". Er guckte mich darauf aber nur völlig verdutzt an. Ich fragte dann noch woher sie kommen, und er antwortete: "From China". Meine letzte Frage an ihn war, ob jeder in China so isst wie sie, was er bejahte.
Da hab' ich erst mal nur gedacht, dass China vorläufig nicht auf der Liste unserer zukünftigen Reiseziele auftaucht. Zum Glück hatten die kurze Zeit später "aufgegessen" und gingen weg.
Kurz danach kam Ela zurück und erzählte, dass sie nach der Schlange am Sicherheitscheck noch in einer dritten Menschreihe vor dem Skywalk warten musste und dass auf der Plattform selbst wohl alles ziemlich hektisch ist, weil die Fotografen vom Veranstalter versuchen, die einzelnen Leute für ein Foto - was sie einem natürlich später teuer verkaufen wollen -  zu positionieren und einen danach fast wieder von der Plattform schubsen, damit andere Leute nachrücken können.
Ela wollte dann eigentlich nur noch weg, aber da der Shuttlebus, bei dem wir uns natürlich auch erst wieder in eine Schlange stellen mussten, auf dem Rückweg sowieso noch an den beiden anderen Viewpoints vorbeifährt, meinte ich zu Ela, dass wir da nie wieder hinkommen würden, und wenigstens beim zweiten Halt nochmal kurz aussteigen sollten. Ela stimmte zu, wartete aber irgendwo im Schatten in der Nähe der Haltestelle, während ich die etwas über 400 Meter auf das kleine Plateau nach vorne lief.
Die Aussicht dort war okay, aber keinesfalls mit dem zu vergleichen, was wir vorher schon alles am "richtigen" South-Rim gesehen hatten.
Danach fuhren wir mit dem Shuttlebus zum Startpunkt zurück und verließen über die inzwischen kaum noch passierbare Traglufthalle endgültig das Gelände.
Zum Skywalk fällt uns insgesamt nur noch so viel ein: Er war ein einziger und auf unserer gesamten Reise auch einzige Reinfall.
Zum Glück waren wir dort ja fast erst gegen Ende der Reise und hatten schon wahnsinnig viele, wirklich tolle Sachen gesehen. Wären wir entgegen dem Uhrzeigersinn zu den einzelnen Nationalparks gefahren, so wie wir es ursprünglich vorhatten, und dadurch relativ am Anfang am Skywalk gewesen, hätten wir zumindest an dem Tag das Schlimmste für den weiteren Urlaub befürchtet.
Auf dem Rückweg waren wir zuerst auf der 23 Kilometer entfernten Grand Canyon Ranch essen und sind anschließend über die Diamond Bar und Pierce Ferry Road sowie den Highway 98 die restlichen 135 Kilometer bis nach Boulder City beim Hoover Damm gefahren.
Auf den Roads bis zum Highway 98 gab es dabei schöne Fotomotive wie z.B. von den typischen amerikanischen Briefkästen, die häufiger aneinandergereiht am Straßenrand stehen, oder auch wieder von einigen Oldtimern.
In Boulder City sind wir erst mal an unserem ausgewählten Hotel vorbeigefahren, weil sich der Name geändert hatte, aber nach einem kurzen Schlenker waren wir um kurz vor 16:00 Uhr am Quality Inn - so der neue Name der Unterkunft - und bekamen ein Zimmer mit einem schönen Ausblick, nur war der Balkon leider so klein, das wir nicht beide gleichzeitig drauf sitzen konnten.
Später waren wir noch im Supermarkt Vons einkaufen und im Restaurant The Bistro essen, ansonsten war nur noch relaxen angesagt.

Freitag, 30.09.2011 - 22. Tag - Hoover Damm

An dem Tag stand die Besichtigung des nach dem 31. Präsidenten der USA benannten Hoover Staudamms an.
Der Damm wurde von 1931 bis 1935 gebaut und liegt an der Grenze der Staaten Arizona und Nevada. Sein hauptsächlicher Zweck ist die kontrollierte Wasserabgabe des im Lake Mead zurückgestauten Colorados in die naheliegenden Staaten, um dort Überschwemmungen bzw. Dürreperioden zu vermeiden. Des Weiteren werden in 17 Turbinen jährlich maximal 4 Milliarden kWh Strom erzeugt, durch deren Verkauf inzwischen schon die 49 Millionen Dollar Baukosten für die 221 Meter hohe Staumauer sowie die laufenden Wartungskosten eingenommen wurden. Allerdings hat die langanhaltende Dürreperiode nach dem Jahrtausendwechsel und ein steigender Wasserkonsum den Pegel des Lake Mead ständig sinken lassen, so dass dieser Ende 2010 nur noch wenige Meter über dem Level war, der für die Stromproduktion notwendig ist.
Wir waren zuerst zu Fuß auf der 2010 fertiggestellten 580 Meter langen Bypass-Brücke. Sie wurde gebaut, um den Verkehr zu entlasten, denn der alte Highway 93 über die Staumauer verlief davor und dahinter serpentinenförmig, was mit den verschärften Kontrollen nach 9/11 zusammen für endlose Staus sorgte. Von der Brücke hat man aus 270 Metern Höhe über dem Colorado einen guten Blick auf den Staudamm. Die Staumauer ist so konstruiert, dass sie durch ihre Wölbung in den Lake Mead hinein und die enormen Druckkräfte des bis zu 180 Meter tiefen Sees, der die Mauer gegen die verengten Canyonwände drückt, weiter verdichtet und dadurch zusätzlich stabilisiert wird. Allerdings hätte sie dem Druck auch ohne die Krümmung aufgrund ihres Eigengewichts von 6,6 Millionen Tonnen standgehalten, aber die Konstrukteure entschieden sich für diese Bauart, um den Menschen ein sichereres Gefühl zu geben.
Der deutlich zu sehende weiße Rand am See zeigt wie hoch der Wasserstand schon mal war. Immerhin ist er 2011 mit 16 Metern Zuwachs seit langer Zeit erstmals wieder deutlich gestiegen. (Wasserstände seit 1937 s.u. Links -> Informationen)
Nach dem kleinen Fußmarsch auf der Brücke sind wir mit dem Auto über den Damm gefahren - an der Sicherheitskontrolle wurden wir vorbei gewinkt -, haben auf der anderen Seite auf einem der kostenlosen Parkplätze geparkt und sind zurück in Richtung Visitor-Center gelaufen.
Auf dem rechten Bild sind die 4 Wassereinlauftürme, die das Wasser rund 100 Meter unter der Oberfläche aufnehmen und zu den Stromturbinen leiten, zu sehen. Die vorderen beiden Türme liegen in Arizona, die hinteren in Nevada. Die Uhren, die an den Türmen befestigt sind, zeigen den Zeitunterschied von einer Stunde, der zwischen den beiden Staaten besteht, an.
Am Visitor-Center sind wir mit der Rolltreppe runtergefahren, aber um an einer der anderthalbstündigen Besichtigungs-Touren in dem Bauwerk, die zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr angeboten werden, teilzunehmen, war es uns dann doch zu voll.
Abends waren wir im Restaurant Southwest Diner in Boulder City essen.

Samstag, 01.10.2011 - 23. Tag - Boulder City - Las Vegas

Nach dem Frühstück im Hotel stand die letzte Etappe unserer Rundreise, nämlich die Fahrt ins 40 Kilometer entfernte Las Vegas, an. Dort  haben wir noch kurz den Mietwagen waschen lassen und waren kurz danach gegen 11:00 Uhr bei unserem - mal wieder vorgebuchten - Hotel Desert Rose Resort. Leider war das Zimmer erst ab frühestens 15:00 Uhr verfügbar, so dass wir, da der Mietwagen auch bis zum Abend bezahlt war, noch einen kleinen Exkurs zum relativ nahegelegenen Red Rock Canyon Nationalpark machten. Aber das war im Prinzip wirklich nur ein Zeittotschlagen, denn bei den vielen verschiedenen Felsformationen, die wir auf dieser Reise schon gesehen hatten, und auch bei den ganzen Wanderungen, die speziell ich gemacht hatte, interessierten uns dort weder die roten Felsen, noch die Wandermöglichkeiten besonders. Wir sind dort nur einmal den Rundkurs lang gefahren und waren um 14:30 Uhr wieder zurück am Hotel. Unser Zimmer war erfreulicherweise auch schon fertig.
Nach einer kleinen Pause sind wir zum Flughafen gefahren. Die Mietwagenabgabe ging sehr schnell und war unkompliziert.
Dass Las Vegas ein Paradies für Glücksspieler ist, wissen sicherlich die meisten, aber dass die einarmigen Banditen auch schon in den Hallen am Flughafen aufgestellt sind, fand ich trotzdem erst mal crazy.
Mit dem Taxi fuhren wir zum Hotel MGM Grand, schauten uns dort die riesige Spielhalle an und spazierten danach noch etwas über den Las Vegas Boulevard, der auch kurz einfach nur "The Strip" genannt wird.. Essen waren im Restaurant Coco's in der Nähe unseres Hotels
Sonntag, 02.10.2011 - 24. Tag - Las Vegas

Das "Crazy-Gefühl" durch die Automaten am Flughafen setzte sich dann schon beim Frühstück im Hotel fort, denn einen richtigen Frühstücksraum o.ä. gab es nicht. Und da die Empfangshalle, wo die meisten Gäste frühstückten, nicht genügend Sitze bot, konnte man sich z.B. auch im Poolbereich einen Platz suchen. Leider war es auch dort schon voll, so dass ich kurz an der Treppe zum Pool saß und versuchte, mir ein Brot zu schmieren. Das klappte aber nicht wirklich, und ich wartete dann etwas gefrustet in der Halle auf Ela, die sich irgendwo anders einen Platz gesucht hatte. Ansonsten war das Hotel aber okay, insbesondere die Lage war super und der Preis stimmte auch.
Anschließend sind wir wieder zum Strip gelaufen, wo sich halt die großen Hotels befinden, die oft im Stil einer anderen bekannten Stadt oder einem anderen Thema gebaut sind und dadurch auch Sehenswürdigkeiten darstellen. So gibt es dort nachgebaute Städte wie z.B. Paris, New York oder Venedig oder auch Atmosphären früherer Zeiten wie Ägypten. Das Luxor war dann auch das erste Hotel, wo wir vorbeikamen. Auf dem Weg dorthin standen 6 von diesen typischen Zeitungskästen, nur dass in denen dort keine Tageszeitungen waren, sondern Pornos. Ein Mann holte sich aus jedem Kasten ein Exemplar, natürlich ohne etwas dafür zu bezahlen. Wie der oder die Betreiber ihr Geld verdienen, war an dieser Stelle jedenfalls erst mal nicht offensichtlich.
Eins der nächsten großen Hotels, an dem wir vorbeigingen, war dann das New York New York mit 12 Wolkenkratzern der Manhatten-Skyline, um die sich die Achterbahn "The Roller Coaster" windet und einer maßstabsgetreuen Kopie der Freiheitsstatue davor.


Relativ in der Mitte des Strips standen wir vor dem Paris Las Vegas, und da wir in der Hauptstadt Frankreichs nicht auf dem Eiffelturm waren, sind wir dort auf die 1999 fertiggestellte Kopie, die halb so hoch wie das Original ist, gefahren. Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht über den gesamten Strip, also bis zum Mandalay Bay in Richtung Süden (rechtes Bild), die Hotelkomplexe wie Bellagio und Ceasars Palace, die direkt davor stehen und nach Norden über das Hotel The Mirage bis hin zu den Bergen.
Nach einer halben Stunde waren wir wieder unten und sind im Outback Steakhouse essen gegangen.
Anschließend ging's weiter bis zum Venetian Resort Hotel, wo die Sehenswürdigkeiten wie Rialto-Brücke, Markusplatz und Campanille nachgebaut sind.
Selbst einzelne Kanäle - wenn auch nur einen halben Meter tief - wurden im und am Hotel nachgebildet. Dass die Gondeln und singende Gondolieri nicht fehlen, versteht sich fast schon von allein.
Mit 7128 Zimmern ist das Venetian der größte Hotelkomplex weltweit, aber auch das ist für Las Vegas nichts außergewöhnliches, denn 15 der 20 größten Hotels, was die Zimmerzahl angeht, sind in Las Vegas. Die Kasinos locken halt Spieler aus der ganzen Welt an.
Danach sind wir zum Imperial Palace gelaufen und, da uns die 10 Kilometer zu Fuß in dem ganzen Trubel dort gereicht haben, mit der Monorail 3 Stationen bis zum MGM Grand zurückgefahren und haben uns eine Weile in unserem Hotel ausgeruht.
Am Abend sind wir nochmal los und fuhren wieder mit der Monorail auf die Höhe des Hotel Bellagio, um uns dort die computergesteuerte, vollautomatische Wassershow "Fontains of Bellagio" anzusehen.
In dem der italienischen Landschaft des Comer Sees nachempfundenen, 3,2 Hektar großen See sind über 1200 Düsen platziert, die das Wasser über 75 Meter in die Höhe schießen können. Die teils beweglichen Düsen können die Strahlen dabei tanzen lassen, so dass sich mit den ebenfalls im See installierten 4000 Lampen die zu wechselnden Musikstücken synchronisierte, bekannte Show ergibt.
Das Bellagio ist ansonsten auch durch den Bankraub-Film Ocean's Eleven mit George Clooney, wo es als Hauptdrehplatz diente, bekannt geworden.
Auf dem Rückweg waren wir im Restaurant Tamba indisch essen.

Montag, 03.10.2011 - 25. Tag - Las Vegas

Eigentlich wussten wir gar nicht mehr groß, was wir den Tag lang noch in Las Vegas machen sollen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer. Im Nachhinein hätten wir lieber auf einen Tag in Las Vegas verzichtet und den dafür z.B. im Zion- oder Bryce Canyon- Nationalpark mehr gehabt.
Viel gemacht haben wir daher auch nicht mehr. Mittags waren wir im Coco's essen, danach hat Ela im Hooters kurz am einarmigen Banditen gespielt, wo wir auch noch einen Cocktail an der Bar getrunken haben.
Wie im rechten Bild zu erkennen, sind die Automaten selbstverständlich schon in die Tresen eingebaut, sonst müsste ja evt. jemand beim Cocktail-Schlürfen auf das Glücksspiel verzichten. *g*
Am Abend waren wir noch kurz im Hotel Luxor, wo Ela nochmal an einem Roulette-Automaten ihr Glück versucht hat.

Dienstag, 04.10.2011 - 26. Tag - Las Vegas - London - Berlin

Unser Flieger ging erst am späten Nachmittag, so dass wir unsere Checkout-Zeit im Hotel für kleines Geld auf 14:00 Uhr verschoben haben. Vormittags waren wir im Coco's frühstücken und gegen 14:00 Uhr saßen wir im Taxi zum Flughafen.
Schlafen konnten wir während des Flugs diesmal nicht, aber mit ein paar Spielfilmen vom Board-Programm ließ sich die Zeit doch halbwegs schnell vertreiben. In London nahmen wir von Gatwick den Shuttlebus nach Heathrow, um von dort den 2. Flieger nach Berlin-Tegel zu nehmen.

Schlußwort

Dass wir den Urlaub insgesamt super fanden, habe ich ja oben schon beschrieben. Wir hatten deshalb vor im September 2014 wieder in den Südwesten der USA zu reisen, und dann alles zu machen, was wir in diesem Urlaub aus Zeitgründen nicht machen konnten, oder weil wir nichts davon wussten, wie z.B. die Racing Rocks im Death Valley. Außerdem werde ich dann an einem Tag einmal quer durch den Grand Canyon laufen, also über den gesamten ca. 33 Kilometer langen Kaibab-Trail (Ela wird mit dem Auto vom South-Rim außen rum zum North-Rim fahren). Der Rückflug ist dann von Denver aus.
Und jetzt kommt das Schönste: In diesem Jahr (2012) wollten wir in unserem größeren Urlaub im September eigentlich nach Kambodscha reisen, aber das ist Ela plötzlich zu unsicher geworden, so dass wir den USA-Urlaub vorziehen und jetzt schon in 25 Wochen, also am 14.September wieder dorthin fliegen. Flüge, Mietwagen und ein paar Hotels sind schon gebucht. :-)))))))))